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Textarchiv OÖNachrichten | www.nachrichten.at/archiv | vom 08.04.2006 - Seite 021
Jeremy Rifkin kann Leute mobilisieren. Mehr als 500 Besucher wollten den US-Bestsellerautor hören und sehen. Möglich gemacht haben das die Arbeiterkammer Oberösterreich und die Stadt Linz, die Rifkin gemeinsam mit den OÖN zu den Linzer Gesprächen ins Neue Rathaus eingeladen haben.
Bereits zum zweiten Mal fanden die Linzer Gespräche statt. Nach dem großen Interesse an den Ausführungen des ehemaligen deutschen Arbeitsministers Norbert Blüm kamen dieses Mal noch mehr Gäste - von Wohnbaulandesrat Hermann Kepplinger, ÖGB-Landessekretär Erich Gumplmaier, SP-Nationalratsabgeordneter Hermann Krist, Landtagsabgeordnete Gertraud Jahn, die AK-Vizedirektoren Manfred Polzer und Franz Molterer, Wifi-Chef Felix Messner, aber auch zahlreiche Unternehmer und Manager wie BMW-Chef Werner Adelberger zeigten sich interessiert. Unter den Gästen auch Ex-voestalpine-Betriebsratschef Helmut Oberchristl, der Direktor der Gebietskrankenkasse, Hans Popper, und TMG-Geschäftsführer Manfred Eder.
AK-Präsident Johann Kalliauer zeigte sich nach Rifkins Vortrag erfreut über die Mutinjektion, die Rifkin den Europäern gibt. Er nehme aber auch die Anregung mit, dass man nicht immer alles schlechtreden soll und positiver sehen möge. Rifkin hatte in seinem Vortrag über die EU- Euroskepsis der Österreicher und Europäer gesagt: "Hier handelt es sich um ein so tolles historisches Projekt: Wenn man Eltern fragt, ob sie für ihre Kinder wieder eine Insel haben wollen oder Europa, fällt die Entscheidung eindeutig für Europa aus."
Der Linzer Finanzstadtrat Johann Mayr konnte dem Lob Rifkins für den skandinavischen Weg etwas abgewinnen. Rikfin ergänzte: "Nicht nur der skandinavische Weg hat Vorteile. Auch in Österreich oder Italien oder Deutschland gibt es wunderbare Modelle. Europa hat die Chance, die jeweils besten Modelle seiner Länder zu übernehmen."
Diskussion mit dem Publikum: Rifkin, AK-Präsident Johann Kalliauer, der Linzer Finanzstadtrat Johann Mayr und Moderator Dietmar Mascher (OÖN)
Der Bestseller-Autor, Wirtschaftswissenschafter und Zukunftsforscher kam 1945 in Denver zur Welt. Sein Vater war Hersteller von Plastiktüten, seine Mutter übertrug Bücher in Blindenschrift.
Seine Jugend verbrachte Rifkin in Chicago. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der berühmten Wharton School der University of Pennsylvania, an der er heute auch lehrt.
Zu seinen Weggefährten zählen der frühere französische Ministerpräsident Michel Rocard und der Chef der Grünen in den USA, Ralph Nader.
Sein Buch "Der europäische Traum" ist das jüngste Werk in einer Reihe von Sachbüchern. Schon mit Werken über die Zukunft der Biotechnologie und die Zukunft von Wasserstoff hat sich Rifkin einen Namen gemacht. Er bereist als Vortragender die ganze Welt.
Großes Publikumsinteresse: 500 Menschen lauschten Rifkin im Neuen Rathaus in Linz. Fotos: Petuely (7)
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