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| Galerie 422, Gmunden |
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Symposion / Galerie 422
2. ACT:
»KEIN ENDE DER IDEEN ABER VERLUSTERFAHRUN OHNE ENDE«
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| 15.00 UHR |
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Barbara Wicha
Prolog
POLITIK UNTER INSZENIERUNGSDRUCK
Die Politik entzieht sich dem Diskurs über »richtig« oder »falsch« und lässt nur noch »geglückt« oder »mißlungen« als Bewertungskriterium zu. Das Wort führt herbei, was es benennt. Die Show ist Politik.
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| 15.15 Uhr |
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Robert Pfaller
DER VORZUG DER DEUTLICHKEIT ?
Was ist eigentlich empörender: wenn die Mächtigen die gewaltsame Durchsetzung ihrer Interessen mit einer Erzählung verbrämen, die für uns, wenigstens beim ersten Hinhören, glaubwürdig klingt? Oder wenn sie dasselbe gänzlich ohne Erzählung tun - bzw. mit einer völlig zerschlissenen, durchschaubaren, bescheuerten Erzählung?
Haben wir es vielleicht neuerdings mit Mächtigen zu tun, deren »goldene Regel« darin besteht, keinerlei willfährige Kulturschaffende zur Erzeugung solcher kostspieliger Erzählungen mehr zu engagieren? Aber müssen wir nicht nach kurzem Bedenken zu dem Schluß kommen, dass eine solche Macht am ehesten unseren eigenen ästhetischen Utopien entspricht? Besitzt sie nicht das, was Walter Benjamin, mit Blick auf die schonungslose Offenherzigkeit des italienischen Futurismus, anerkennend den »Vorzug der Deutlichkeit« genannt hat? Und warum sind wir Kulturschaffende für die Macht so uninteressant geworden? Könnte es vielleicht daher rühren, dass unsere eigenen Produktionen einen solchen Vorzug seit längerem vermissen lassen? Führt die Macht also bloß eine Klarheit vor, zu der die Kultur seit längerem nicht mehr fähig ist?
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| 15.55 Uhr |
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Ernst Marianne Binder
SILENCE
Ein Plädoyer für eine Welt von Sinnen: Die Spur führt von Pythagoras zu Bill Gates, von Horaz zu Havemann. Dem Theater kommt die Aufgabe zu, dieser Spur zu folgen. »Wenn du traurig bist, benütze es«", predigt der alte Georgieboy Tabori seit 30 Jahren. Wir benützen Psychopharmaka. Weil wir den Abgrund in uns selbst nicht sehen wollen, schaun wir in den Spiegel. Weil wir verlernt haben, zuzuhören, bezahlen wir jemanden, der uns zuhört. Im Gegensatz zu unserem straighten Lauf von Marathon nach Athen sollten wir den Mut haben, den Balkan zu durchqueren. Wir sollten das Minenfeld betreten, die Augen schauen und die Ohren hören lassen und uns in die Luft sprengen vor Überschwang, und voller Trauer in die Hose scheissen beim Erblicken des Schilds: MIENENFREIE ZONE. Der Spur zu folgen heißt: Nicht nach Antworten, sondern nach Fragen suchen. Die Spur führt immer von HIER (ICH) nach DORT (ICH): ICH UND KEIN ENDE!
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| 16.35 Uhr |
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Franz Schuh
DAS VERSCHWINDEN DER SCHÖNHEIT
»Damit soll die These klar werden, dass es ein Ende der Ideen nicht gibt, aber Verlusterfahrungen ohne Ende.«
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| 17.15 Uhr |
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Pause |
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| 18.00 Uhr |
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Diskussion
Die Show ist Politik
Am Podium: Barbara Wicha, Robert Pfaller, Ernst M. Binder, Franz Schuh
Gesprächsleitung: Peter Huemer
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| 20.00 Uhr, Hipp Halle |
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Christian Brückner
"The Voice"
Lesung aus Noam Chomsky: THE ATTACK
Er ist Alain Delon, Marlon Brando, Harvey Keitel und natürlich Robert de Niro. Längst ist ein Etikett vergeben: »Die Stimme« nennt die Presse jenen Mann, den im täglichen Leben alle erst erkennen, wenn er spricht, ohne dass ihnen unbedingt sein Name einfiele. Statt dessen die Namen derer, denen er die Stimme leiht. Christian Brückner ist "The Voice".
Die Stimme: Kein volltönender Wohlklang, kein Pathos, kein Gramm Fett sozusagen. Melancholie und Gelassenheit liegen in seinen lakonischen Solopartien; vom Schmerz ist die Gebrochenheit geblieben, von der Sorge die Skepsis. Brückners Stimme erkennt man vor dem ersten Wort, schon dann, wenn er Luft holt.
Noam Chomsky
THE ATTACK
Noam Chomsky, Professor der Linguistik, bewertet Taten der USA anhand ihrer eigenen im Gesetz verankerten Definition des Begriffs »Terror«. Er wartet mit Fakten auf, die der Öffentlichkeit nicht bekannt wurden oder als Randnotiz in der Flut der Nachrichten untergegangen sind. Chomsky führt damit vor Augen, dass die USA selbst - nach ihrer eigenen Definition des Begriffs - mit ihren Handlungen oft die Grenze des Terrors überschritten hätten.
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anschließend
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after hour
Kulturcafe Gmunden |
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