JOHANNES KEPLER UNIVERSITÄT LINZ, NETZWERK FÜR FORSCHUNG, LEHRE UND PRAXIS

INSTITUT FÜR PHILOSOPHIE UND WISSENSCHAFTSTHEORIE

O. Univ.-Prof. Dr. Volker Gadenne | Tel. +43 (0) 732 2468 DW 3680  | FAX DW 3699

Lehre WS 2015/16

Drin. Terje Tüür–Fröhlich

Änderungen vorbehalten!
Die aktuellen Termine und Räume entnehmen Sie bitte dem KUSSS!



LVA.Nr.: 237.145  [1EWISAK]

Wissenschaftliches Arbeiten

Leitung: Dr.in Elisabeth Menschl
Dr.in Terje Tüür-Fröhlich

Kurs, Block, Std. 2, ECTS 3
Beginn: 07.10.2015
Termine: Mi. 12.00 - 15.15 Uhr
Raum: HS 16

Studienpläne:
WiWi Bachelor (§ 4 Pflichtfach "Wissenschaftliches Arbeiten und Gender Studies");
WiWi Diplom neu (§ 12 Pflichtergänzungsfach Modul "Wissenschaftliches Arbeiten und Gender Studies", 1. Abschnitt);
Sozialwirtschaft Bachelor (§ 4 Abs.5 Ergänzungs­fach Modul Wissenschaftliches Arbeiten und Gender Studies);
Sozialwirtschaft Diplom (=Kurs Integrative Lehrveranstaltung)

Beschreibung:
Gegenstand der LVA sind die Grundbegriffe der Wissenschaftstheorie sowie Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.

Zentrale Inhalte: Datenbankrecherchen, wissenschaftliches Schreiben, Wissenschafts­evaluation, ethische Richtlinien; Erklärung, Vorhersage und Gestaltung, Theorie und Modell, Hypothesen­prüfung, Werturteils­problematik.

Erfordernisse:
Absolvierung aller Tests und Gruppenarbeiten inkl. Präsentation

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LVA.Nr.: 237.100  [2EKMPSE]

Zentrale Themen der Kultur- und Medien­theorie/-philosophie

Kultur als Kapital (Pierre Bourdieu)

Leitung: Dr.in Terje Tüür-Fröhlich
A.Univ.-Prof. Dr. Gerhard Fröhlich

Seminar, 14-tägig, Std. 2, ECTS 4.5
Beginn: 15.10.2015
Termine: Do. 15.30 - 18.45 Uhr
Raum: HF 9901

Studienpläne:
Kulturwissenschaften Bachelor (Kulturwissenschaftliches Spezialisierungsfach - Modul "Medien, Kultur und Kommunikation - Vertiefung");
Kulturwissenschaften Bachelor (Kulturwissenschaftliches Ergänzungsfach - Modul "Kultur- und Medientheorie/-philosophie für Kulturwissen­schaf­terInnen");
Soziologie Diplom alt (Halbfach im 2. Studienabschnitt);
Soziologie Bachelor (§ 5 Wahlfächer, Ergänzende Wahlfächer Kultur- und Medientheorie);
Soziologie Master (§ 5 Wahlfächer, Ergänzende Wahlfächer Kultur- und Medientheorie);

KLASSENFREIE LV - kann (mit je unterschiedlichen Untertiteln) beliebig oft inskribiert und mit einem Scheinerwerb abgeschlossen werden. Auch für DissertantInnen geeignet.


Beschreibung:
Einführung in die Grundbegriffe der Kulturtheorie bei Pierre Bourdieu: Kapital, Habitus, Feld, Symbol. In verschiedenen sozialen Feldern (wie Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Religion, Politik) sind, so Bourdieu, unterschiedliche Kapitalsorten hoch im Kurs: Neben dem klassischen ökonomischen Kapital unterscheidet Bourdieu Sozialkapital (Handlungsressourcen, die wir aus der Teilhabe an Beziehungsnetzen ziehen), Kulturkapital (einverleibtes: Wissen, praktische Fähigkeiten; in Büchern, Geräten etc. vergegenständlichtes; als Bildungstitel institutionalisiertes). Die Creme de là Creme der Kapitalsorten ist das symbolische Kapital: Ehre, Prestige, Anerkennung, Reputation. Anerkennung beruht auf Verkennung: Das Geheimnis von Kunst, Wissenschaft, Religion ist ihre vorgebliche Interesselosigkeit, die Leugnung ihres Kapitalcharakters.

Was können wir mit dieser abstrakten Begrifflichkeit anfangen? Bourdieu hält die Hoffnung, über Bildung die Gesellschaft egalitärer zu machen, weitgehend für eine Illusion: denn vom »Titel« zu einer »Stelle« benötige man auch Sozialkapital und ökonomisches Kapital. Empfehlenswert ist die Lektüre Bourdieus daher vor allem für AufsteigerInnen - welche von einem Feld in ein anderes wechseln, für das sie nicht unbedingt das erforderliche Kulturkapital und vor allem nicht den passenden »Habitus« (die generativen Gewohnheiten, die uns »Kreativität in Grenzen« ermöglichen) in ihren Herkunftsfamilien erworben haben und die hinter die Schliche der Bluff-, Distanzierungs-, vor allem Distinktionstechniken der Oberschicht kommen wollen.

Unter Distinktion versteht Bourdieu die soziale Abhebung. Distinktiv sind in jedem Feld andere Praktiken und Objekte; diese wechseln auch im Lauf der Zeit - denn nur rares, seltenes bleibt distinktiv. Im Gegensatz zur Bildungsbeflissenheit der Kleinbürger sei den Oberschichtangehörigen der »Sinn für Distinktion«, d. h. das Gespür für die wertvollen Investitionen (Ausbildung, Restaurants, Kunstpräferenzen etc.) zueigen. Symbolkapital ist der Reichtum an Unterscheidungszeichen (Praktiken etc.), die positive soziale Abhebung mit sich bringen.

Pierre Bourdieu können wir als einen der produktivsten Ketzer der Philosophie (die er studierte) und der Soziologie (in die er mehr oder minder gegen seinen Willen hineingeriet) bezeichnen. Bourdieu ist ein Querdenker, er denkt und forscht quer zu den eingefahrenen Abschottungen - ob ganzer wissenschaftlicher Disziplinen oder einzelner Lehrgebäude (Paradigmen). Er ist ein Stifter von »Mesalliancen« zwischen Konzepten höchst unterschiedlicher Herkunft, dessen Anregungspotential noch überhaupt nicht ausgeschöpft ist.

Basisliteratur:

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LVA.Nr.: 237.118  [2SWFSE]

Zentrale Themen der Wissenschafts­forschung

(Un)konventionelle Wissenschaftskommunikation

Leitung: Dr.in Terje Tüür-Fröhlich

Seminar, 14-tägig, Std. 2, ECTS 4.5
Beginn: 07.10.2015
Termine: Mi. 15.30 - 18.45 Uhr
Raum: HT 177F

Studienpläne:
Kulturwissenschaften Bachelor (Kulturwissenschaftliches Spezialisierungsfach - Modul "Wissen und Technologie - Vertiefung");
Kulturwissenschaften Bachelor (Kulturwissenschaftliches Ergänzungsfach - Modul "Wissenschaftsforschung für Kulturwissen­schaf­terInnen");
Soziologie Diplom alt (Halbfach im 2. Studienabschnitt);
Soziologie Bachelor (§ 5 Wahlfächer, Ergänzende Wahlfächer Wissenschafts­forschung);
Soziologie Master (§ 5 Wahlfächer, Ergänzende Wahlfächer Wissenschafts­forschung);

KLASSENFREIE LV - kann (mit je unterschiedlichen Untertiteln) beliebig oft inskribiert und mit einem Scheinerwerb abgeschlossen werden. Auch für DissertantInnen geeignet.


Beschreibung:
Das System der konventionellen wissenschaftlichen Kommunikation (closed access Journale, verknüpft mit quantitativer und qualitativer Evaluation) zeigt erhebliche Krisen­symptome: Laufend verbreiten sich über das Internet neue Protest­initiativen (Petitionen, Deklarationen) von WissenschaftlerInnen. Einige Beispiele: Open-Access-Deklarationen, Elsevier-Boykott­aufrufe, Proteste gegen Uni-Rankings und Journal Impact Faktor, von Taiwan bis Deutschland; Initiativen wie DORA – die San Francisco Declaration on Research Assessment, in den Medien bereits als "Kriegserklärung gegen den Impact Faktor" tituliert. Zugleich haben sich kritische Blogs und WWW-Plattformen erfolgreich etabliert, welche die offiziellen Journale in ihre Pflicht nehmen und auf Retractions (Rückzug gefälschter Studien) und Kritik spezialisiert sind, wie PubPeer und RetractionWatch. Auch Lobbyismus bzw. Korruption in den Wissenschaften und andere Fehl­entwicklungen werden von solchen selbstorganisierten Initiativen ins Blickfeld gerückt und transparenter gemacht. In diesem Kontext werden die Funktionen und der Impact kritischer selbstorganisierter Wissenschafts­blogs in der informellen und formalen wissenschaftlichen Kommunikation und Evaluation diskutiert.

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LVA.Nr.: 237.109  [2EWPDP]

Diplomandenseminar Philosophie und Wissenschafts­theorie

Leitung: A.Univ.-Prof. Dr. Gerhard Fröhlich
Dr.in Elisabeth Menschl
Dr.in Terje Tüür-Fröhlich

Seminar, Block, Std. 2, ECTS 4
Zeit und Raum: nach Übereinkunft

Es ist in zahlreichen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen möglich, eine Diplomarbeit am Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie zu verfassen.

Nähere Details auf Anfrage bei den Professoren.

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