Philosophisches Cafe in Wels

ACHTUNG! Verschiebung oder Virtualisierung in Vorbereitung

Dr.in Terje Tüür-Fröhlich:
ESTINNEN IN OÖ. Von der "Watte der Gewohnheit" (Flusser) & der Freiheit der Migrantinnen

    Ort: FreiRaumWels, Altstadt 8, Wels

    Zeit: Do. 19. März 2020, 19 Uhr

    Es überrascht sicher viele, dass der tschechisch-brasilianische Kulturphilosoph Vilém Flusser in seinem Werk „Von der Freiheit des Migranten“ (SIC!), (Bollmann Verlag 1994) aufgrund eigener Migrationserfahrungen Nachteile von Heim als Heimat und Vorteile der Heimatlosigkeit als Freiheit herausarbeitet. Flusser zufolge sind es unsichtbare, unbewusste Verbindungen, welche die Menschen an ihre Heimat (oder Wohnung, die eigenen vier Wände inkl. Mobiliar) binden.Durch (un)freiwillige Migration wird diese „Watte der Gewohnheit“sichtbar. Es wird uns bewusst, wie sehr wir in unserem Denken und Handeln von gewohnten Mustern und Einstellungen gelenkt werden. Wenn wir in eine Kultur geboren werden und aufwachsen, lernen wir nicht,sie zu hinterfragen. Erst wenn wir andere Kulturen erleben und zuverstehen versuchen, können wir erkennen, dass das gewohnte, als richtig empfundene Verhalten, möglicherweise problematisch ist. (Flusser 1994: 17).

    An diesem Abend wird die zweitschönste Sprache der Welt, nämlich Estnisch, zu hören sein: Es kommen in Oberösterreich lebende Estinnen im O-Ton zu Wort. Als Zugezogene sprechen sie über Erlebnisse und Erfahrungen mit Österreich und den ÖsterreicherInnen, hinterfragen aber auch eigene Ursprungstraditionen und Verhaltensmuster kritisch - in Estland deckt z.B. nur ein einziges Wort („Normaalne“) das gesamte Gefühlsspektrum ab.


    Interview

    WIE MICHEL SERRES LESEN, OHNE ZU VERZWEIFELN?

    Anlässlich des Todes des Philosophen Michel Serres beantwortet Gerhard Fröhlich in der Ausgabe #123 der Versorgerin einige Fragen zu seinem persönlichen Zugang zu Michel Serres und gibt Empfehlungen im Umgang mit dessen Texten.


    Symposion 2019

    "HÖHER! SCHNELLER! WEITER! - Sport in Gesellschaft, Sport und/als Politik"

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    Do. 09. 05. und Fr. 10. 05. 2019, an der Johannes Kepler Universität

    Winston Churchills Maxime „No Sports!“ ist als individuelle Entscheidung durchaus zu respektieren - Sport als gesellschaftspolitisches Feld zu ignorieren, dagegen wenig ratsam: Nicht nur ist Sport kulturelle Betätigung und Freizeitgestaltung von Millionen Menschen, veritabler Wirtschaftsfaktor und Bestandteil militärischen Drills – der in ihm enthaltene Leistungs- und Konkurrenzgedanke lässt sich generell als paradigmatisch für eine Gesellschaft sehen.

    Obwohl in den Sportwissenschaften vereinzelt ein Bewusstsein für die gesellschaftpolitische Dimension von Sport entsteht, ist es umso wichtiger, nicht nur möglichst viele gesellschafts- und kulturwissenschaftliche Fachdisziplinen in die Diskussion darüber einzubinden, sondern auch zivilgesellschaftliche AkteureInnen, SportfunktionärInnen und nicht zuletzt die SportlerInnen selbst.

    Zum Symposion


    Stellungnahme

    Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie (ÖGP) zum Ethikunterricht


    PHILOSOPHINNENCAFE

    apl. Prof. Dr. Andreas Roser, Universität Passau / BrucknerUni Linz: "Mit Händen und Füßen sprechen"

    Do., 23.11. 2017, 17 Uhr s.t. (=pktl.) JKU Campus, Raum HT 177F Keplergebäude, Hinterer Hörsaaltrakt, Stiege F)

    Dass Sprechen ein Handeln sei, ist eine zentrale These der Sprechakttheorie. Was aber bedeutet „sprechen“? Auch das Malen oder Tanzen ist eine sprachliche Mitteilungsform, wenn auch keine verbale. Macht es nicht einen erheblichen Unterschied, ob wir mit den Füßen abstimmen und z.B. einen Raum verlassen oder ob wir verbal Protest einlegen? Natürlich könnte, was einer mit Worten sagt, dasselbe bedeuten wie das, was andere mit Händen und Füßen mitteilen (z.B. im Tanz). Das Reden über „dieselbe Bedeutung“ scheint zu verschleiern, dass nichtverbale Mitteilungen anders funktionieren als Wörter unter Wörtern. Ist Körperkommunikation ein Fall der verlängerten Verbalkommunikation? Wie funktioniert die Verbindung zwischen Wörtern, Händen und Füßen? Wie sind Mitteilungen in unterschiedlichen Medien synchronisiert?

    Veranstalter: Kulturinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz, FreundInnen Zeitgenössischer Dichtung