Österreichische Schule der Nationalökonomie

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Versuch einer groben Erklärung im Sinne einer Enzyklopädie. Kurze Verweise auf die weiteren Kapitel können eingebaut werden.

Abbildung 1: Austrians und ihr mikroökonomischer Blick auf die Welt - alles geht vom Individuum aus. (Eigene Darstellung)


Die Österreichische Schule der Nationalökonomie, oder die „Austrians“, hebt sich inhaltlich und vor allem methodologisch von der Neoklassik ab. Ihre Vertreter und Vertreterinnen zeichnen ein facettenreiches Bild, das im Detail reich an Nuancen ist, im Groben aber durch folgende Ausprägungen gekennzeichnet ist:

Individuelle Freiheit ist der Ausgangspunkt für alle weiterführenden Überlegungen, sie ist oberstes Ziel und gleichzeitig auch Bedingung für einen Freien Markt. Ausgehend vom Individuum und seinen persönlichen Präferenzen wird eine dynamische Wirklichkeit begriffen, die sich aus vielen einzelnen Entscheidungen und Handlungen ergibt – eine soziale Gesamtheit als Kollektivum besteht nicht. Die Austrians kombinieren demgemäß die subjektive Wertelehre mit dem methodologischen Individualismus.

Heterogene Individuen (Agenten und Agentinnen) haben je andere Informationen und anderes Wissen zur Verfügung, auf Märkten trifft diese Diversität aufeinander und bildet eine spontane Ordnung. Daraus ergibt sich eine gewisse Unsicherheit, die Zukunft ist nicht berechenbar. Viele einzelne Handlungen ergeben einen dynamischen Prozess, der als Nebenprodukt nicht intendierte Folgen mit sich bringt. Diese Nebenfolgen sind unproblematisch für eine Marktwirtschaft, wenn sie der spontanen Ordnung unterliegen, problematisch werden sie dann, wenn sie etwa von politischen Akteuren durch zentrale Steuerung hervorgerufen werden. Dem Staat kommt nur dort eine Aufgabe zu, wo er individuelle Freiheit fördert und dem Freien Markt adäquate Rahmenbedingungen schafft. Dies kann der Staat etwa tun, indem er Privatvermögen sichert. Hier wird der philosophische Zugang der Austrians deutlich, der neben Marktprozessen auch politische Prozesse beachtet.


Der freie Markt mit all seinen Unsicherheiten bietet freien Individuen die Möglichkeit, innovativ zu werden, kreativ auf dynamische Prozesse zu reagieren und so über Wettbewerbssituationen zur bestmöglichen Wohlfahrt zu finden. Abbildung 1 fasst die Kernaussagen der Austrians zusammen; sie bietet einen Überblick, stellt jedoch keine einzelne zusammenhängende, in sich schlüssige Theorie dar.

Weiters erklärt Horwitz im Video die österreichische Schule der Nationalökonomie: Austrian Economics IS and What Austrian Economics Is NOT Is with Steve Horwitz

Denkfiguren und Weltbild

Grundannahmen, Voraussetzungen, Weltbilder, Denkfiguren, Metaphern, durchgehende Argumente, wichtige Themen…

Für die Austrians beginnt Wirtschaft als auch die Wirtschaftswissenschaften beim Individuum, das Individuum ist Ausgangspunkt für viele weitere theoretische Überlegungen. Ökonomische Phänomene, wie etwa Angebot und Nachfrage, entstehen, weil zahllose Individuen laufend (un)bedeutende Entscheidungen treffen. Die getroffenen Entscheidungen basieren auf individuellen Präferenzen, diese Präferenzen wiederum lassen sich statistisch nicht erfassen. Ein großer Unterschied zur Neoklassik besteht also darin, dass die Austrians nicht mathematisch fokusiert sind, sondern eine philosophische Grundlage pflegen. Dynamisch ökonomische Aktivitäten stehen im Zentrum der Analyse, es gibt zudem einen Umgang mit sozialen und politischen Fragestellungen - über Marktprozesse und Produktion hinaus (vgl. Boettke, 1994:2).

Individuen

Das Individuum als zentraler Ausgangspunkt wird als Mensch mit persönlichen, subjektiven Wertvorstellungen gesehen, den theoretischen Rahmen hierfür bildet die subjektive Wertelehre. Die Austrians grenzen sich von den Neoklassikern insofern ab, als sie weniger vom Bild des homo oeconomicus - diesem durchschnittlich, rein nutzenorientiert agierendem Wesen - ausgehen und mehr die Idee verschiedenartiger Menschen vor sich haben. Verschiedenartige Menschen, die subjektive Ziele verfolgen und dadurch eine (unberechenbare) Dynamik erzeugen – das Denken in Gleichgewichtsmodellen ist den Austrians daher fremd (vgl. Rothschild, 2004:188). Die beschriebene Dynamik ist eine Komposition aus vielen individuellen Handlungen und genau aus diesem Grund ist eine Marktwirtschaft nicht berechenbar und in weiterer Folge sind all jene, die aufgrund von solchen Berechnungen etwas Planen wollen, am falschen Weg. Daraus eröffnet sich dann ein Plädoyer für die freie Marktwirtschaft, da nur so „ökonomische Effizienz und vor allem das höchste politische Ziel, die Freiheit des Individuums, gewahrt werden“ kann (Rothschild, 2004:198; Hayek, 1945:521f.).

Subjektive Wertelehre und…

Die Theorie der subjektiven Bewertung geht davon aus, dass Menschen ihre Bedürfnisse entlang ihrer individuellen Präferenzen befriedigen wollen. Ein Gut oder eine Dienstleistung wird subjektiv bewertet, subjektive Einschätzungen/Meinungen bilden die Basis für Entscheidungen. Getauscht wird deshalb, weil unterschiedliche Präferenzen für unterschiedliche Güter/Dienstleistungen existieren. Die subjekiven Bewertungen sind zwar historisch-kulturell gewachsen, sie werden aber immer mit individuellen Einschätzungen/Wissen in Verbindung gebracht (vgl. Milford, 2008:26f.).

Die subjektive Wertelehre bildet die Grundlage für den nicht formalisierten Zugang der Österreichischen Schule zu den Wirtschaftswissenschaften. Individuen treffen laufend Entscheidungen, die ihren persönlichen Wertvorstellungen entsprechen. ÖkonomInnen ihrerseits können diese Wertvorstellungen oder Gefühle wie Gram, Freude oder Liebe nicht so messen, wie ein Physiker Gewicht oder Geschwindigkeit misst (vgl. Butler, 2010:6f.). Eine Analyse der Marktprozesse im neoklassischen Sinn kann daher zwar die Richtung eines ökonomischen Prozesses aufzeigen, aber nicht die Prozesse selbst erklären, nach Hayek wäre aber besonders letzteres entscheidend (vgl. Neck, 2008: 16). Für die Austrians sind Marktprozesse vielmehr das Ergebnis spontaner Ordnung, diese spontane Ordnung kann man nicht über Modelle ergründen, da sie je nach Situation anders ausgestaltet sein werden.

… objektive Wertelehre…

Im Kontrast zur subjektiven Wertelehre steht die objektive Wertelehre. Adam Smith stellt einen bekannten Vertreter dar, der den methodologischen Individualismus mit der Theorie der objektiven Bewertung verknüpft. Er ging davon aus, dass Individuen Güter/Dienstleistungen „nach einem ihnen gegebenen gemeinsamen Maßstab beurteilen“ (Milford, 2008:27). Der Wert des Getauschten wird als äquivalent angesehen, da es nur Sinn macht, Güter/Dienstleistungen zu tauschen, die den gleichen Wert vorweisen. Der gemeinsame Maßstab hierbei ist der Preis, der wiederum über die investierte Arbeitszeit berechnet wird (vgl. Milford, 2008:27).

… machen Tausch- und Gebrauchswert:

Hinter diesen Überlegungen steht die doppelte Bedeutung von „Wert“. Einerseits der Tauschwert, der über die Kalkulation der zur Produktion benötigten Arbeitsstunden den Marktpreis ergibt und andererseits der Gebrauchswert, der sich aus der subjektiven Bewertung ableitet. Ein Beispiel hierfür wäre der subjektiv hohe LiebhaberInnenwert an einer seltenen Briefmarke, die, nach objektiver Kalkulation der Arbeitsstunden, deutlich überbezahlt wird. Die Austrians legen ihren Überlegungen den Gebrauchswert, also die subjektive Wertelehre, zugrunde. In diesem Zusammenhang ist eine revolutionäre Entwicklung anzuführen, die heute fest in der Neoklassik verankert ist – Mengers Grenznutzentheorie. Der Grundgedanke dieser Theorie lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen: Die wichtigsten, dringensten Bedürfnisse werden zuerst befriedigt, weniger dringliche werden aufgeschoben, die Dringlichkeit ist hierbei immer individuellen Präferenzen unterworfen. „Likewise, if they [people] must give something up, they first surrender whatever gives them least satisfaction, before giving up things they value more” (Butler, 2010:7). Die subjektive Wertelehre führte Menger zur Grenznutzentheorie, die ihrerseits Prozesse und Entscheidungsverhalten zu erklären vermag – und das ist zentral für die Austrians.

Markt

Individuen können ihren persönlichen Nutzen dann maximieren, wenn sie am Freien Markt Tauschbeziehungen eingehen können. Diese Tauschbeziehungen sollten rein von subjektiven Entscheidungsmustern gesteuert sein, andere Interventionen (etwa staatliche Regulierungen) schränken Individuen in ihrer freien Entscheidung ein. Dahinter liegt die Annahme, dass Entscheidungen auf der individuellen Ebene getroffen werden, es gibt keine kollektiven Entscheidungen, etwa eine Entscheidung, die eine gesamte Gesellschaft trifft (vgl. Butler, 2010:88). Der freie Markt ermöglicht die bestmögliche Wohlfahrt für alle Beteiligten dann, wenn freie Individuen aus den ihnen gegebenen Möglichkeiten wählen können. Die Raison d’être des Marktes ist im Verständnis nach Hayeks somit: „that it enables the use of subjective knowledge through intersubjective signals such as prices and profits“ und “Markets are better seen as process for the creation, discovery and use of knowledge that originates in the subjective mental states of individuals” (Horwitz, 1994:19f). Der freie Markt ist die Voraussetzung für das spontane Aufeinandertreffen von subjektiven Präferenzen. Gleichzeitig ist der freie Markt nicht „vollkommen“, im Gegenteil, der freie Markt als Ergebnis vieler einzelner Entscheidungen ist imperfekt. Aber gerade diese unvollkommenen Momente am Markt ermöglichen den UnternehmerInnen neue, bessere Wege zu beschreiten und so Profitmöglichkeiten zu entdecken. Die Entrepreneure sind somit ein wichtige Treiber von Wettbewerb und Innovation (vgl. Butler, 2010:15).

Staat

Staatliche Regulierungsmaßnahmen werden oft damit begründet, dass sie im Interesse der gesamten Bevölkerung wären. Die Austrians, die den methodologischen Individualismus mit der subjektiven Wertelehre kombinieren, sehen die Möglichkeit des Staats hinsichtlich seiner „kollektiven Entscheidungskompetenz“ jedoch stark eingeschränkt. „The Austrians view is that human events are driven by the actions of individuals, that only individuals make choices, and that society and social institutions do not have a mind of their own, somehow independent of the minds of the individuals that comprise them. There is therefore no such thing as a ’collective will‛, and any politics rooted in that idea is fundamentally flawed” (Butler, 2010:88).

Auch Mises (1995:265f.) spricht sich gegen eine Regulierung durch den Staat aus. Die Interventionen seitens des Staats seien etwa Schuld an der anhaltenden Arbeitslosigkeit. Am Freien Markt wäre Arbeitslosigkeit nur ein vorübergehender Zustand, der sich auflösen würde, sobald sich die MarktteilnehmerInnen wieder neu sortiert hätten. „Arbeitssuchende finden immer Arbeit, wenn sie ihre Lohnforderung den Verhältnissen des Marktes anpassen“ (Mises, 1995:266). Systematische Arbeitslosigkeit sei aus diesem Grund ein Produkt überregulierter Märkte, das durch einen Freien Markt vermieden werden könnte.

Hayek (1989:4) kritisiert in seiner Nobelpreisrede einen Großteil der ÖkonomInnen, sie hätten im Glauben an die Berechenbarkeit der Märkte, die Politik zu fatalen Interventionen geleitet und dabei, etwa über Lohnpolitik, hohe Arbeitslosigkeit herbeigeführt. Um die Bevölkerung vor weiteren Folgen zu schützen, die ihren freien Willen gravierend einschränken würden, bedarf es eines Mechanismus, der viel mehr vermag als mathematische Formeln – dieser Mechanismus ist der freie Markt, „… a communications system which we call the market and which turns out to be a more efficient mechanism for digesting dispersed information than any that man has deliberataly designed“ (Hayek, 1989:7).

Herkunft und Ursprung

Überblick über die historische Genese, Nennung zentraler AutorInnen/Werke und eventuell deren konkreten theoretischen Fokus/Argumente.

Den Grundstein der Österreichischen Schule der Nationalökonomie legte Carl Menger um 1870 mit der Veröffentlichung der „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“. Dieses Werk fand vorerst kaum internationale Reputation, erst durch den Methodenstreit mit Gustav von Schmoller, der damals die deutschsprachige Forschung in diesem Bereich stark beeinflusste, wurde man auf Mengers Arbeit aufmerksam. Dem Methodenstreit ging ein zweites bahnbrechendes Werk: „Untersuchung über die Methode der Sozialwissenschaften und der politischen Ökonomie insbesondere“ voraus. Erst mit der Fortführung der wissenschaftlichen Arbeit durch Eugen von Böhm-Bawek und Friedrich von Wieser jedoch, gelang es die Österreichische Schule der Nationalökonomie dauerhaft in der Forschungswelt zu verankern. Böhm-Baweks Seminare wurden mitunter von weiteren wichtigen Vertretern der Schule besucht, wie etwa Ludwig von Mises oder Joseph Alois Schumpeter. „Es war vor allem Ludwig von Mises, der dann in dem Seminar in der Wiener Handelskammer von 1923-1935 eine sehr erfolgreiche vierte Generation heranzog“ (Leube, 1995a: 15), unter ihnen waren etwa Friedrich August von Hayek oder Oskar Morgenstern vertreten. Eine genauere Beschreibung der wichtigsten Publikationen dieser Generation ist in Leube (1995b:10f.) nachzulesen, exemplarisch soll hier Hayeks „Geldtheorie und Konjunkturtheorie“ genannt sein.

Abbildung 2: Ursprünge der Austrians (eigene Darstellung)


Abbildung 2 stellt die Ursprünge der Österreichischen Schule der Nationalökonomie dar, es besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die genannten WissenschafterInnen symbolisieren den Entwicklungspfad der Schule. Dabei wird deutlich, dass die Grenzen zum Paradigma der Neoklassik nicht streng zu ziehen sind. Die Theorien von J. A. Schumpeter etwa finden eine starke Rezeption in der neoklassischen Schule, Parallelen zur Evolutionären und Institutionellen Ökonomie sind auch gegeben.


Ausgehend von Österreich verbreitete sich die österreichische Denkrichtung vor allem im angelsächsischen Raum sowie in Italien und Skandinavien (vgl. Leube, 1995a: 13f.). Die Ursprünge der Schule sind zwar in Österreich zu finden, heutige VertreterInnen sind jedoch vorwiegend in den USA aktiv. Das liegt mitunter daran, dass einige Vertreter der Schule durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs das Land verlassen mussten und im Ausland ihre Tätigkeit fortsetzten. So wirkte Mises in New York und Hayek in London und später in Chicago weiter und leiteten eine „neue Tradition der ‚Austrians’ in den USA“ (Neck, 2008:13) ein. Ferner wurde durch die Verleihung des Nobelpreises an Hayek im Jahr 1974 die internationale Verbreitung der Schule erneut angekurbelt (vgl. Neck, 2008:11ff.; Leube, 1995a: 15). Somit gilt: „It is true that Austrian economics is the economics of Menger, Mises and Hayek, for example, but it is much more than that“ (Boettke, 1994:6).

Im Folgenden werden zwei bekannte Autoren der Austrians etwas näher vorgestellt, einerseits Menger als Gründervater der Österreichischen Schule und andererseits Hayek als einer der bekanntesten liberalen Denker innerhalb der Schule.

Carl Menger (1840-1921)

Carl Menger veröffentlichte 1871 die „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“. Dieses Werk war als theoretischer Teil einer vierteiligen Reihe gedacht, die jedoch nie vollständig erschien, da sich der Autor in weiterer Folge methodologischen und erkenntnistheoretischen Fragestellungen der Sozialwissenschaften zuwandte. Während des oben bereits beschriebenen Methodenstreit zwischen Gustav Schmoller und Carl Menger entstand das zweite wichtige Werk Mengers, die „Untersuchung über die Methode der Sozialwissenschaften und der politischen Ökonomie insbesondere“. Bereits 1873 erhielt Menger eine Professur an der Universität Wien (vgl. Milford, 2008:25f.). Menger lieferte ein wichtiges Kernstücke für die Wirtschaftswissenschaften, die Grenznutzentheorie, die heute auch vom Mainstream der ÖkonomInnen vertreten wird. Menger formulierte, unabhängig von anderen AutorInnen, Beiträge zur Grenznutzentheorie und dem Marginalismus. Die pure Mathematik ist jedoch nicht sein Instrument, wie sie etwa in der Neoklassik eingesetzt wird, da Menger vom methodologischen Individualismus und von der subjektiven Wertelehre ausgeht. Für ihn sind Marktprozesse das Ergebnis von Millionen von individuellen Entscheidungen und diese kann man mit Mathematik nicht einfangen. Mit der Grenznutzentheorie versuchte Menger, das Entscheidungsverhalten der Individuen zu erklären (vgl. Butler, 2010:7). Nach neoklassischen Lehrbüchern (vgl. Pindyck et al. 2005: 116ff) soll über die Bestimmung des Grenznutzens eine Rangordnung zwischen Warenkörben ermöglicht werden, um damit VerbraucherInnenverhalten zu erklären (vgl. Neck, 2008:12).

Böhm-Bawerk führte Mengers Ansatz weiter indem er dessen Methodik auf die Kapital- und Zinstheorie umlegte. Er zeigte auf, dass Zinsraten eine spezielle individuelle Präferenz (die zeitliche Präferenz) widerspiegeln. „We prefer to have things now than in the future, and we are prepared to borrow at interest to get them“ (Butler, 2010:7). Wieser, auch ein Schüler Mengers, legte dessen Ansatz auf die Analyse von Kosten um. Wieder spielen individuelle Präferenzen und daraus folgende Entscheidungen eine bedeutende Rolle: Etwas zu produzieren bedeutet immer auch, etwas anderes nicht zu produzieren, die Entscheidung, was nun wie produziert wird, wird entlang subjektiver Präferenzen gefällt. UnternehmerInnen spielen in diesem Prozess eine wesentliche Rolle (vgl. Butler, 2010:8).

Friedrich August von Hayek (1899 – 1992)

Hayek absolvierte im Jahre 1921 das Studium der Rechtswissenschaften, zwei Jahre danach noch ein zweites Doktorat in der Ökonomie (Wobei die Ökonomie damals in den Rechtswissenschaften eingebettet war [vlg. Rothschild, 2004]). Nach einem kurzen Besuch in den USA als Research Assistant an der Columbia University war er in den 1920ern Teil eines Zirkels unter Ludwig von Mises. Mit Mises‘ Unterstützung wurde er dann auch zum Direktor des Österreichischen Instituts für Konjunkturforschung (heute: WIFO). Nach Einladung von Lionel Robbins (Vertreter der Neoklassik) wurde er als Vortragender an die London School of Economics berufen. Seine Vorlesungen fanden große öffentliche Aufmerksamkeit und führten letztendlich zu einer Position als Professor an der London School of Econimics, die er 18 Jahre lang inne hatte. Sein Erfolg war insgesamt jedoch eher mäßig und nicht einmal sein populäres Werk Road to Serfdom (1944), eine „moderne ökonomische Anklageschrift gegen staatliche Interventionen“, verhalf ihm zum gewünschten Bekanntheitsgrad als führender Ökonom. Er arbeitete an Nebenprodukten aus seinen Debatten mit Keyens und Sraffa, etwa den Profits, Interest and Investment (1939) und The Pure Theory of Capital (1941) und wandte sich schließlich der Psychologie, politischen Philosophie, der Rechtsphilosophie und der Erkenntnistheorie zu. 1950 verließ er Großbritannien und wurde Professor für Sozial- und Geisteswissenschaften an der Chicago University. Außerdem gründete er die Mont Pelerin Society, heute als neoliberaler Think Tank bekannt, die er 12 Jahre lang leitete. Sein Bekanntheitsgrad als „Liberaler“ begann damit zu wachsen. Sein Meisterstück The Constitution of Liberty (1960) war eine Erklärung an den modernen Liberalismus. 1962 kehrte er als Professor für politische Ökonomie nach Europa (Universität von Freiburg, Breisgau, Deutschland) zurück. Nach seiner dortigen Pensionierung im Jahr 1968 verbrachte er noch neun Jahre an der Universität Salzburg. Erst nach Erhalt des Nobelpreises der Ökonomie (1974, gleichzeitig mit Gunnar Myrdal) kam er als führender Kritiker Keynes‘ wieder auf die Mainstream-Ökonomie zurück. Zusammengefasst kann über Hayeks Theorien gesagt werden, „in short, everyone agrees with what Hayek meant in general but there is a large spectrum of opinion as to what he meant in many particulars“ (vgl. Blaug, 1992).

Hypothese, Mechanismen, Modelle

Überblick über die wichtigsten theoretischen Hypothesen, Argumente und Modelle.

Individuen

Das Bild verschiedenartiger Menschen, das bereits in „Denkfiguren und Weltbild“ gezeichnet wurde, verdeutlicht die Vorstellung von heterogenen AgentInnen. Heterogene AgentInnen haben unterschiedliche Informationen und Wissen zur Verfügung. Dieses Wissen unterliegt keinen generellen Regeln (die man etwa statistisch erfassen könnte), da jedes Individuum einen anderen und beschränkten Zugang zu Wissen hat. Wissen und Information ist immer im Zusammenhang mit bestimmten zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten zu sehen. „…every individual has some advantage over all others in that he possesses unique information of which beneficial use might be made, but of which use can be made only if the decisions depending on it are left to him …” (Hayek, 1945:521). Diese Heterogenität schafft unvollkommene Märkte, eine gewisse Unsicherheit und impliziert gleichzeitig, dass zukünftige Marktprozesse nicht berechenbar sind. Diese Unsicherheit ist dann Segen, wenn freie Individuen am Freien Markt agieren dürfen - ist aber Fluch, wenn man versucht, mit gegenwärtigen Berechnungen die Zukunft zu planen.

Mit der gegenwärtigen Finanzkrise finden Heterogene Agenten Modelle (HAM) wieder mehr Beachtung, da sie vielversprechender sind hinsichtlich der Erfassung von dynamischen Prozessen. Diese Modelle gehen von verschiedenartigen Individuen aus und legen ihren Annahmen keinen bestimmten Prototyp von AgentIn zugrunde.

Markt

Preissystem – oder: der Preis als Informationsträger

MarktteilnehmerInnen finden „sponates“ Wissen in komprimierter Form im Preissystem wieder – zum gegebenen Zeitpunkt und Ort müssen MarktteilnehmerInnen nur (für sich) wissen, ob das Gut oder die Dienstleistung den Preis wert ist, oder nicht. Der Preis komprimiert somit alle nötigen Informationen, die man für eine schnelle Entscheidung am Markt braucht. Das stützt das Argument „market knows best“. Das Marktgeschehen ist damit keine „Gleichgewichtsveranstaltung“, sondern im Sinne Hayeks ein „Entdeckungsverfahren“ (vgl. Willke, 2003:52).

Die Hypothese Hayeks dazu lautet: Das Preissystem ist der informierende Faktor, in ihm sind alle relevanten Informationen komprimiert und enthalten. Die Funktion der Preise ist, alle nötigen Informationen an die MarktteilnehmerInnen zu kommunizieren. Das bedeutet gleichzeitig, dass man Entwicklungen nicht langfristig planen kann - Planwirtschaft ist unmöglich bzw. nicht effizient weil ökonomische Probleme immer erst bei Veränderung auftreten. In diesen dynamischen Prozessen bleibt keine Zeit zum Planen.

Der Freie Markt

Das Wesen der Märkte ist ihre Nicht-Planbarkeit, dies wiederum ist die Voraussetzung für freien Wettbewerb. Die Unberechenbarkeit des freien Wettbewerbs (keiner weis genau, wer gewinnen wird) ist ein zentrales Moment im Ansatz der Austrians. Durch sie ergibt sich unter anderem eine methodologische Besonderheit: Die methodologische Eigenart von Wettbewerb entspringt seinem urtümlichsten Charakter – der Unberechenbarkeit. Daraus folgt, dass die herkömmliche Annahme des „vollkommenen Wettbewerbs“, wie im vorherrschenden Paradigma der Neoklassik vertreten, mit ihr einen Parameter festlegen will, der sich in der Realität nicht festlegen lässt, da es sich ansonsten nicht um Wettbewerb handeln würde. Die Wissenschaft kann spontane Ordnung nicht im Voraus planen, die Wissenschaft kann nur erkennen, dass sich jene Gesellschaften, deren Wettbewerb frei ist, sich regelmäßig besser behaupten (nur diese Regelmäßigkeit lässt sich empirisch überprüfen) (vgl. Hayek, 1996:120ff.).


Spontane Ordnung

Der Preis ist nach der Theorie Hayeks damit das Instrument, um am Freien Markt eine „spontane Ordnung“ herzustellen. Nach Albert (1972:140) besteht eine spontane Ordnung dann, wenn die Bedigungen für das Funktionieren des Marktes vorliegen. Dann tritt ein Muster menschlicher Aktivitäten auf, das sich auch „Katallaxie“ nennt. Nach Willke (2003:55) kann die Katallaxie bzw. Spontane Ordnung als „eine neuartige, über die Summe der Einzelbeiträge der Akteur[Innen] hinaus reichende Leistung der Marktkoordination“ interpretiert werden. Das eigentinteressierte Handeln wird in den Dienste anderer gestellt, ohne dass dies geplant oder beabsichtigt wäre oder gemeinsame Ziele hätte. Der Eigennutzen kann dabei nur dann realisiert werden, wenn das Angebot von den anderen angenommen wird. In diesem Sinne wird die Katallaktik in Marktprozessen auch als Prozess betrachtet, der aus Feinden Freunde macht.

Wettbewerb

Grundsätzlich wird unter Wettbewerb ein bestimmter Typ einer Beziehung zwischen Menschen verstanden und kann viele Ausprägungen annehmen: Rivalität, der Kampf um das selbe Ziel, ein Selektionsprozess oder eine Reihung von TeilnehmerInnen, oder das Verlangen nach vorne zu kommen. Addelson (1994:96f.) wirft die Frage auf, warum in der Ökonomie verschieden Konzepte von Wettbewerb bestehen und meint dann, dass sie als Grundlage für Konklusionen essentiell sind. Wenn etwa Policy-Fragen erörtert werden sollen, dann bauen diese entweder auf eine Förderung oder Einschränkung von Wettbewerb.

Die Austrians behandeln zum Thema Wettbewerb vorwiegend zwei Themen: Die nicht intendierten Nebenfolgen menschlichen Handelns (Konsumverhalten) und die ökonomischen Phänomene der Aufdeckung von Wissen durch die Preise unter deren Nicht-Planbarkeit (Preistheorie). Markant dabei ist das Verstehen der Märkte, die Austrians verfolgen hierbei den hermeneutisch-interpretativen Ansatz. Es geht um das individuelle Handeln als auch das individuelle Verstehen des Handelns anderer. Dabei werden Fragen aufgeworfen, wie etwa: Wer sind die potentiellen KäuferInnen? Was macht das Angebot mehr oder weniger attraktiv? Auf welcher Basis konkurrieren Firmen und was macht sie mehr oder weniger erfolgreich? Was ist das „Feld“ des Wettbewerbs? Wettbewerb hat für die Austrians also weniger mit Marktstrukturen zu tun, an denen die Neoklassik so interessiert ist, sondern viel mehr mit Wettbewerb aus individuellen Strategien heraus. Für die Austrians heißt Wettbewerb „preventing others from being successful“. Sie beginnen die Übung des Verstehens durch Betrachtung der Prozesse und heben dabei die Inkompabilität der Pläne der WettbewerbsteilnehmerInnen hervor, die damit in einem Konkurrenzverhältnis stehen (vgl. Addelson, 1994:99ff.).

In der näheren Betrachtung des Unternehmertums wird einmal mehr die Heterogenität der Austrians sichtbar. Grundsätzlich tragen aus Sicht der Austrians die UnternehmerInnen zu einem Gleichgewicht bei. Wohingegen nach Schumpeters‘ Überlegungen das Unternehmertum Ungleichgewichte fördere, diese aber als positiv zu betrachten seien, da sie über notwendige Innovationen zu Fortschritt und Wachstum führen würden, also ein Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ (vgl. Neck, 2008:17; Schumpeter, 1950 in: Willke 2003:52). In Hayeks Theorien führt Wettbewerb insgesamt zu Wachstum, da Wettbewerb zu Innovation führt. Über Wettbewerb werden neue Wege entdeckt, die dann auch für andere zugänglich werden. Die Funktion von Wettbewerb ist die stetige Anpassung an neue Anforderungen (vgl. Hayek 1996:131f.).

Wettbewerb im Sinne der Austrians ist als Verwendung und Entdeckung von Wissen zu verstehen. In diesem Zusammenhang spielen die UnternehmerInnen als EntdeckerInnen, als InnovatorInnen eine vergleichsweise zentrale Rolle, wie sie die Tradition der frühen Klassik nicht kennt. Erst Schumpeter stellte eine eigene Theorie des Unternehmertums auf und schuf damit eine Grundlage der charakteristischen Sichtweise auf den kapitalistischen Prozess. Davor hatte schon Menger in seinem Werk „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“ des Jahres 1871 den UnternehmerInnen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Er stricht das Element der Information und den Akt des Willens hervor, aber im Unterschied zu Schumpeter lediglich als eine Art spezielle Arbeitsleistung (vgl. Kirzner, 1994:103f.).

Insgesamt scheint die Analyse des Unternehmertums eine österreichische Angelegenheit zu sein. Insbesondere Mises widmet sich der näheren Analyse (Human Action, 1949), sie unterscheidet sich zwar nur in Nuancen von den Austrians wie Schumpeter oder Knight, aber deutlich vom zeitgenössischen ökonomischen Mainstream. Das Besondere an seiner Theorie ist der Markt als fortlaufender Prozess im unternehmerischen Wettbewerb. Die Rolle der UnternehmerInnen darin ist die Gewinnung von Überschüssen. Dies erfolgt nicht, wie herkömmlich angenommen, automatisch sobald die Einnahmen die Kosten übersteigen, sondern die persönlichen Vorteile im Güter- und Dienstleistungstausch müssen als solche erkannt und realisiert werden. Damit bringt Mises eine neue Dimension auf den Markt: Discovery! Davor kannte man nur „durchdachte maximierende Wahl“ oder „Glück“. Die unternehmerische Leistung der Entdeckung ist dabei nicht als rational oder nutzenmaximierend charakterisiert, auch nicht als pures Glück im Sinne von Zufall (vgl. Kirzner, 1994:105ff.).

Obwohl Mises‘ Überlegungen zum Unternehmertum unter den Austrians gemeinhin hohe Akzeptanz fand, so wurde seine Theorie doch in zwei Punkten immer wieder herausgefordert (vgl. Kirzner, 1994:108f.):

1. Kreativität: Die Alarmbereitschaft der UnternehmerInnen signalisiert das Erkennen bereits entwickelter Gelegenheiten, die nur darauf warten würden wahrgenommen zu werden. Das würde keinem kreativen oder innovativen Prozess entsprechen.

2. Unsicherheit: Die Definition Mises‘ des Unternehmertums mit „Möglichkeiten erkennen“ schließt das Risiko des unternehmerischen Verlustes aus. Sobald Unternehmertum jedoch von simultaner zu intertemporaler Arbitrage erweitert wird, wie charakteristisch für den dynamischen Markt der Austrians, kommt Unsicherheit aber ins Spiel.

Nach Kirzner (1994:109f.) ist es die Fähigkeit der UnternehmerInnen unter Unsicherheit zu operieren, indem er diese nicht auf sich nimmt, sondern beiseite schiebt um seine Vision zu Verfolgen. Zur Rolle des Unternehmertums im Wettbewerb meint er, akzeptiere man den Subjektivismus als kennzeichnenden roten Faden durch die österreichischen Theorien, so wird die zentrale Rolle des Unternehmertums nur logisch. Es schließt die Lücken der Möglichkeiten am Markt – jener deren Existenz offen liegt und auch jener, die erst entdeckt werden müssen. Letztere können als eine Art Markterweiterung interpretiert werden.

Staat

Die Aufgaben des Staats sind stark beschränkt, er ist lediglich für die Schaffung der Rahmenbedingungen zuständig. Der Staat soll vorwiegend zur Sicherung privater Vermögen beitragen (vgl. Neck, 2008:17). Erst durch die Absicherung von privatem Vermögen können MarktteilnehmerInnen eine Tauschbeziehung eingehen. Eigenes Vermögen haben und verwenden können ist der Schlüssel zur Preisbildung, die in Abschnitt XY besprochen wird. Gäbe es kein eigenes Vermögen, sondern nur gemeinnützige Ressourcen (Vermögen, Kapital, Produktionsmittel), dann könnte man niemals wissen, welchen Wert ein bestimmtes Produkt hat. Der Wert einzelner Produkte ergibt sich schließlich durch die einzelnen Handlungen freier Individuen, die unter Wettbewerbsbedingungen am Markt aufeinander treffen (vgl. Horwitz 2013). Die Sicherung privater Vermögen ist daher eine der wenigen, aber zentralen Aufgaben des Staats.

Ein Staat, der die Rahmenbedingungen des Freien Marktes, etwa über die Sicherung von Privateigentum, herstellt, wird beispielsweise von Hayek befürwortet – nicht aber ein sozialistischer Staat, der die Produktionsmittel in Gemeineigentum überführt und bei der Verwendung Nutzen- anstatt Gewinnorientiert agieren würde. Den Sozialismus sieht Hayek als neuen Despotismus, der seine Macht bis zur völligen Vernichtung persönlicher Freiheit verwenden würde. Als Ergebnis des sozialistischen Staates sieht er, mit dem zeitgenössischen Russland vor Augen, lediglich die Abschaffung der beschränkten Staatsgewalt. Was den Wohlfahrtsstaat anbelangt, so ist nach Hayek die Fürsorge der Bedürftigen - ein Bedarf den nur kollektive Tätigkeit decken könne - durch den Staat kein Widerspruch zu seinem Freiheitsanspruch. Als Dienstleistung angeboten, etwa im Bereich der Bildung oder des Gesundheitswesens, sieht Hayek dieses Staatsangebot sogar als Erweiterung des allgemeinen Wohlstandes. Allerdings warnt er vor den Wohlfahrtsmaßnahmen des Staates als Bedrohung der Freiheit insofern als diese Dienstleistungen „in Wirklichkeit eine Ausübung der Zwangsgewalt der Regierung darstellen“ würden. So wäre es beispielsweise ein klarer Unterschied, ob es ein gleiches Mindesteinkommen für alle gäbe, oder die Zusicherung eines bestimmten Einkommens für eine bestimmte Person mittels Anspruchsbeschränkungen. Umverteilung sieht Hayek damit als Zwangsmaßnahme und sie sei daher abzulehnen (vgl. Hayek, 2005:345-353). Hayek (1996:130) geht in seinen Annahmen sogar so weit, dass er regulierte Wirtschaftssysteme (etwa über Einkommenspolitik) als Tyrannei bezeichnet – welcher Staat, welche Regierung will sich anmaßen, einschätzen zu können, wer wie viel für eine bestimmte Arbeit zu verdienen hat?

Horwitz (1994:19) interpretiert zum Thema Marktwirtschaft und Staat die NeoklassikerInnen derart, dass diese meinen, ein „sozialistischer Planungsausschuss“ könne ebenso wie der Markt ein Gleichgewicht finden bzw. dahin lenken - Hayek würde dazu aber meinen, dass eine derartige Planung nur zu Missverständnissen führen würde, da der „Ausschuss“, also die planende Stelle, nur mit den gegebenen Informationen arbeiten würde. Hier findet die Kraft der unterschiedlichen Prämissen der beiden Schulen seinen Ausdruck: Während die Neoklassik von „vollständiger Information“ ausgeht, berücksichtigt Hayek die verdeckten Informationen, die nur der freie Markt über den Informationsträger Preis aufdecken und „verwalten“ könne. Nach Horwitz (ebd.) wären die „gegebenen Informationen“ der Neoklassik eine Art „Neuformulierung des Subjektivismus“ – das Individuum bestimmt das Marktgeschehen. Oder mit anderen Worten: Zentrale Planung ist dem Preissystem des Freien Marktes eindeutig unterlegen. „Bei hoher Komplexität gleicht diese dem Versuch, mit Fausthandschuhen Klavier zu spielen“ (Willke, 2003:48).

Werte, Ziele, Politik

Insgesamt finden sich keine einheitlichen Werturteile unter den Austrians, die Mehrheit scheint grundsätzlich für eine Wertfreiheit in der Wirtschaftstheorie zu stehen. Nach Neck (2008:16) ständen die Austrians grundsätzlich für Individualismus, Liberalismus und verfolgen eine evolutorische Auffassung von Institutionen. Diese Ziele können jedoch nicht als wertfrei beurteilt werden. Die Werte der Austrians sollen im Folgenden anhand der Individuen, des Markts und des Staats verdeutlicht werden:

Individuen

Um die Zielsetzung der Austrians, den Freien Markt, verstehen zu können, muss die Prämisse dafür betrachtet werden: die individuelle Freiheit.

Hayek konstruiert einen sehr weiten Begriff von Freiheit. Er definiert sie mit „Abwesenheit von Zwang“, und zwar als kollektiven „Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist.“ Er meint damit nicht politische Freiheit – etwa die Freiheit, zur Wahl zur gehen, denn damit könne Freiheit nicht hergestellt werden. Er meint auch nicht die „Freiheit von etwas“ oder die „Freiheit zu etwas“, sondern immer die Freiheit betreffend die Beziehung von Menschen zu Menschen. Strukturelle Normen oder Institutionen stellen damit keine Unfreiheit her. Damit entwirft Hayek einen abstrakten Begriff von Freiheit. Ein Obdachloser etwa ist als grundsätzlich frei zu benennen, da es keinen strukturellen Zwang von Arbeitslosigkeit gibt, der ihn in seinem Elend halten würde (vgl. Hayek, 2005:13-20).

Wichtig in der Bewahrung der Freiheit ist nach Hayek (2005:22f.), dass es zu keinerlei Beschränkung kommt. Also die Abwesenheit von Zwang alleine könne Freiheit nicht schützen. Menschen müssen die uneingeschränkte Möglichkeit haben, das zu tun was sie wünschen.

Er stellt dabei klar, dass Freiheit nicht als Macht interpretiert werden dürfe. Das würde dazu führen, Freiheit mit Wohlstand gleichzusetzen und könne zur Forderung nach Umverteilung wirtschaftlicher Güter missbraucht werden (vgl. Hayek, 2005:24).

Doch wenn Freiheit und Wohlhabenheit auch beide etwas Gutes sind, das die meisten von uns erstreben, und wir beide brauchen, um zu erhalten, was wir wünschen, bleiben sie doch etwas Verschiedenes. Ob ich mein eigener Herr bin und meiner eigenen Wahl folgen kann oder nicht, und ob andererseits die Möglichkeit, unter denen ich wählen kann, viele oder wenige sind, sind zwei ganz verschiedene Fragen. Der Höfling, der im Schoße des Luxus, aber in ständiger Bereitschaft für seinen Herrn lebt, kann viel unfreier, weniger in der Lage sein, sein eigenes Leben zu leben oder seine eigenen Möglichkeiten, sich nützlich zu machen, zu wählen als ein armer Bauer oder Handwerker. Ebenso wird oft der eine Armee kommandierende General oder der Direktor eines großen Bauprojektes ungeheure Macht ausüben, die in vieler Hinsicht ganz unumschränkt sein kann, und doch möglicherweise weniger frei sein, häufiger alle Absichten und Pläne auf das Wort eines Vorgesetzten ändern müssen und weniger die Möglichkeit haben, sein eigenes Leben zu ändern oder zu entscheiden, was für ihn am wichtigsten ist, als der ärmste Ackerbauer oder Schäfer.“ Die Definition der Freiheit darf also nicht davon abhängen, ob sie als etwas Gutes angesehen wird oder nicht. (vgl. Hayek, 2005:24).

Der Kritik, sein Begriff von Freiheit sei bloß negativ, begegnet Hayek (2005:26f.) vorbeugend. Er meint, dass Freiheit ebenso durch die Abwesenheit bestimmter Tatbestände definiert wäre, wie es auch „Friede“ und „Sicherheit“ seien. „Die Freiheit wird etwas Positives nur durch den Gebrauch den wir von ihr machen.“ Außerdem wäre Freiheit damit verbunden, unerlaubte Dinge zu tun – aber nicht damit, wenn man für die meisten Aktionen eine Erlaubnis brauchen würde. Der negative Begriff der Freiheit würde insgesamt keinesfalls deren Wert mindern.

Unter zu kritisierender Macht versteht Hayek (2005: 174ff.) nicht die Ausdehung von Fähigkeiten, sondern die Unterwerfung des individuellen Willens durch andere für deren Zweck. Dazu gehört auch der Staat, wenn er mit Strafen und Bedrohung zur Befolgung seiner Regeln zwingt. Um diesem Zwang zu entkommen, wäre eine Anerkennung allgemeiner Regeln ein Ausweg. Interessant ist dabei Hayeks Erkenntnis, dass Zwang nicht vollständig vermieden werden könne – denn die Methode der Verhinderung von Zwang sei die Androhung von Zwang. Eine freie Gesellschaft hätte dieses Problem gelöst, indem sie „dem Staat das Monopol der Zwangsausübung überträgt und versucht, diese Gewalt des Staates auf jene Fälle zu beschränken, in denen sie zur Vermeidung von Zwang durch private Personen erforderlich ist.“ Hier sei nach Hayek das Setzen von Bedingungen besonders wichtig, so dass alle auf Regeln vertrauen könnten. Denn wer im Voraus weis, dass in einer bestimmten Situation mit Zwang zu rechnen ist, der/die würde vermeiden, sich überhaupt in diese Situation zu begeben. Damit ergibt sich: ein willkürlich agierender Staat übt Zwang aus - einer, der allseits bekannte Normen erlässt, die sich im persönlichen, frei gestaltbaren Lebenslauf berücksichtigen lassen, nicht. Die „ganze Vorstellung von Eingriff oder Nicht-Eingriff durch den Staat beruht auf die Annahme des privaten Bereichs, der durch allgemeine, vom Staat erwungene Regeln bestimmt wird“.

Die Anerkennung von Eigentum ist also die Grundvoraussetzung für Freiheit (vgl. Hayek, 2005:180). Der Staat müsse im Interesse der Freiheit aller BürgerInnen das Privateigentum schützen. Er stellt damit die notwendigen Rahmenbedingungen zum Freien Markt her. Freiheit wird bei Hayek also über Privateigentum erzeugt.

Markt

Endlich führt die Argumentationslinie über die individuelle Freiheit zum Freien Markt: Allein dieser könne Freiheit gewährleisten. Der Freie Markt übt deswegen keinen Zwang aus, da per definitionem nach Hayek Zwang nur von Menschen ausgeübt werden könne. Marktpreise, die über die spontane Ordnung entstanden sind, zwingen nicht zur Transaktion, sondern sind an sich ja nur Informationsträger. Eine Ausnahme bieten hier lediglich monopolistische AnbieterInnen von unentbehrlichen Gütern, wie etwa Wasser - aber hier auch nur dann, wenn die MonopolistInnen das Gut zurückhalten könnten (vgl. Hayek, 2005:175).

Individuelle Freiheit gilt den Austrians als oberstes Ziel und der freie Wille ist durch zuviel Regulation gefährdet. Daraus ergibt sich ein weiteres Ziel: die spontane Ordnung aufrecht zu erhalten.

Staat

Hayek hält die Beeinflussung der Gesellschaft für möglich, Wissen im Sinne von Bildung ist dabei zentral (Hayek, 1949). Gesteuert wird dabei über die Eliten, die die manipulierbare Masse führen könnten. Nach Hayeks Vorstellung sind das die „Original Thinkers“, die ihrerseits auf die „Second-Hand Dealer“ in Bildung, Medien, Politik u.ä. wirken und den „Ordinary Man“ in seiner Meinungsbildung lenken (vgl. Ötsch, 2007:15). So soll ein Bild vom Markt implementiert werden, das als Motor der Gesellschaft frei sein muss, um erfolgreich zu sein. Nur der Markt könne den Anreiz, mehr als nur für den Eigenbedarf zu produzieren, schaffen - was überhaupt erst Fortschritt ermöglichte. Dies garantierte eine allgemeine Wohlfahrtssteigerung. Dabei brauchte es keine zentrale Planungsstelle, der Markt sei imstande sich selbst zu regulieren, ja sogar Sanktionen (über Verluste) herbeizuführen. Der Staat sei dabei mehr als entbehrlich, denn besser als ein zentraler großer Fehler seien viele kleine. Die „Interaktionsdynamik ist allen anderen Formen der Koordination wirtschaftlichen Verhaltens überlegen“ (vgl. Willke, 2003).

Verwendete Methoden

Was sind typische methodische Standards und welche methodische Breite wird erreicht? (anders ausgedrückt: womit muss ich rechnen, wenn ich in einem spezialisierten Journal recherchiere?)


Mengers Hauptwerke entstehen in einer Zeit, in der der gedankliche Rahmen der Ökonomie hauptsächlich von vier Theorien geprägt ist: Einerseits zwei empirische Theorien, die Theorie der objektiven Bewertung und die Theorie der subjektiven Bewertung und andererseits zwei methodologische Theorien, der methodologische Individualismus und der methodologische induktivistische Essentialismus. In den genannten empirischen Theorien sah man die „Basis für die Entwicklung einer befriedigenden Tausch- und Preistheorie“ (Milford, 2008:26). Die Theorie der subjektiven Bewertung und der methodologische Individualismus in Kombination bilden für Menger und andere Vertreter der Schule, aber auch für viele Neoklassiker, den Ausgangspunkt (vgl. Milford, 2008:31). In der österreichischen Tradition haben ÖkonomInnen zwei Aufgaben zu verfolgen: Erstens müssen ökonomische Prozesse in Bezug auf zielgerichtete menschliche Handlungen verständlich ausgeführt und erklärt werden, also ökonomische Theorien mehr als nur deskriptiv sein. Und zweitens müssen unbeabsichtigte Konsequenzen ökonomischer Handlungen verfolgt und ebenfalls erklärt werden können (vgl. Boettke, 1994:3).

Die Methodik der Austrians muss daher mehr als nur mathematische Modellrechnungen umfassen. Sie braucht damit auch mehr als den berechenbaren Homo Oeconomicus der Neoklassik, der nur rational handelt, transitive Präferenzen mit einem Hang zu „mehr ist immer besser als weniger“ verfolgt (vgl. Pindyck, et al. 2005:104-149).

Um die oben aufgeführten Aufgaben erfüllen zu können, verfolgen die Austrians grundsätzlich folgende drei Lehrsätze (vgl. Boettke, 1994:4):

1)Der methodische Individualismus,

2)der methodischer Subjektivismus und insgesamt liegt die

3)theoretische Aufmerksamkeit mehr auf den Prozessen selbst als auf den Gleichgewichtszuständen, weil diese mehr Erklärungskraft haben. Damit sind die Austrians auch dynamischer – ihr Fokus liegt nicht auf einem statischen Zeitpunkt, der sich mitunter in der Realität schwer fassen lässt.

Dabei finden sich drei Ebenen ökonomischer Wissenschaft bei den Austrians (vgl. Boettke, 1994:4f.; Neck, 2008:15):

1) Die Reine Theorie („pure theory“), in der die Gültigkeit von Hypothesen zuerst einer rein logischen Ableitung aus Axiomen entspringt und die Raum-Zeit unabhängige Aussagen macht und, wie auch in der Neoklassik praktiziert, damit zum Apriorismus neigt. Mises und Rothbard sind Anhänger der reinen Theorie.

2) Die Angewandte Theorie („applied theory“), in der ökonomische Theorien im institutionellen Kontext gebildet und angewandt werden. Hayek wäre hier als beispielhafter Verfechter der angewandten Theorie zu nennen, er ist weniger „strikt“ mit der Logik und legt dafür mehr Wert auf empirische Überprüfbarkeit von Hypothesen.

3)Die Historisch-politischen Studien („history and public theory“) beschäftigen sich mit der Interpretation von Theorien. Diese müssen im Verständnis der Austrians nicht nur Prognosen treffen können, sondern auch Erklärungskraft aufweisen. Das bedeutet auch, dass eine empirische Anwendbarkeit relevant ist – reine Modelle als wissenschaftlichen Metaphern, wie sie etwa in neoklassischen Lehrbüchern zu finden sind, sind nicht im Sinne der Österreichischen Schule.

Die österreichische Methodik an sich folgt dem erkenntnistheoretischen Realismus. Menger betont, dass es die Aufgabe der theoretischen Wissenschaft sei, „die einfachsten Elemente alles Realen zu ergründen“ (Menger, 1995:89). Es sei also Aufgabe der Theorie, Regelmäßigkeiten, Gesetze und Typologien zu erkennen und dadurch neue Erkenntnisse zu gewinnen (Deduktion). Was nun die Volkswirtschaft betrifft, so sah Menger die Aufgabe der WissenschafterInnen darin, die ursprünglichsten, die elementarsten Faktoren der menschlichen Wirtschaft in exakte Gesetze zu fassen (vgl. Menger, 1995:92).

Wichtig in der österreichischen Tradition ist, dass historische und empirische Daten nicht eindeutig zum Falsifizieren von Theorien verwendet werden können. Daten repräsentieren Fakten, die durch einen theoretischen Rahmen nur organisiert und interpretierbar gemacht werden. Den Wissenschaftsprozess betrachten die Austrians dabei wie den Marktprozess: als Wettbewerb zwischen WissenschafterInnen am Freien Markt der Ideen. Insgesamt ist den Austrians ein Bezug zur Realität wichtig – eine Theorie ohne empirsche Grundlagen kann nur abgewiesen werden, es verlangt also eher realistisch-dynamische Modelle als statisch-idealtypische wie in der Neoklassik (vgl. Boettke, 1994:3-5; Neck, 2008:15).

Individuen

Methodologischer Individualismus

Hayek insistiert, dass weder aggregierte noch durchschnittliche Daten Kausalitäten oder Effekte der Ökonomie zeigen können. Das könnten nur individuelle Handlungen und individuelle Preise. Das zeigt den individualistischen (mikroökonomischen) Zugang der Austrians. Interessant wird die Relevanz der Art des Zugangs zur Ökonomie über einen Vergleich der österreichischen Nachfragetheorie mit Keynes, der als Kollektivist einen makroökonomischen Ansatz pflegt: Er meint, dass wenn die Nachfrage nach Konsumartikeln zeigt, dann steigen in Folge auch die Investitionen. Hayek hingegen geht unter der Annahme von Vollbeschäftigung und einem Steigen der Kosten für Anlagegüter relativ zum Lohnsatz davon aus, dass bei steigendem Konsum die Investments sinken (vgl. Christiansen, 1994:12).

„Ein praktizieren des method. Individualismus soll uns also zum Innehalten bewegen, bevor wir die Prognose eines ökonomischen Modells akzeptieren. Der Punkt ist, dass ökonomische Modelle eine zugrundeliegende Struktur von individuellem Handeln annehmen, wenn die Natur der individuellen Beziehungen sich ändert, dann erweist sich die Prognose des Modells als unverlässlich.“ Widersprüchliche Meinungen zwischen ÖkonomInnen (etwa Hayek und Keynes) entspringen also unterschiedlichen Methoden, Ansätzen und und Zielen (vgl. Christiansen, 1994:13).

Die soziale Gesamtheit, wie etwa die nationale Volkswirtschaft, als Produkt individueller Handlungen beschreibt den methodologischen Individualismus (vgl. Christiansen, 1994:11). „Soziale Institutionen, Vorgänge, Tatsachen und Prozesse sind demnach als ungeplante Rückwirkungen des Zusammenwirkens der individuellen Pläne von Menschen zu erklären, als Produkte der Menschen, die jedoch ungeplant sind“ (Milford, 2008:28). Für die geplanten individuellen Handlungen, die ein ungeplantes Gesamtes ergeben, sind individuelle Präferenzen, subjektive Information und Wissen relevant. Würde man die soziale Gesamtheit als geplant betrachten, dann bestünde ja auch kein theoretischer Erklärungsbedarf, so das Argument der methodologischen Individualisten. Die Austrians versuchen, die Tauschwirtschaft über das Verstehen der einzelnen MarktteilnehmerInnen zu erklären. Gerade die Vielfalt an agierenden Individuen, mit ihren subjektiven Fähigkeiten, Werturteilen und Bedürfnissen bestimmen Preis und Menge am Markt. „In diesem Ansatz ist daher kein Platz für die zeitlose Statik eines hypothetischen Gleichgewichtszustandes: Man orientiert sich an der dynamischen Wirklichkeit“ (Leube, 1995a:21f.).

Wenn man davon ausgeht, dass viele verschiedene Menschen das Gesamtphänomen Wirtschaft bewegen, so sind statische Gleichgewichtsmodelle nicht brauchbar, Dynamiken und Prozesse rücken in den Vordergrund. Nach Hayek (1945:523f.) ist „spontanes“ Wissen nötig, um schnell und effizient auf Veränderungen am Markt reagieren zu können. Dieses „spontane“ Wissen ist jedoch statistisch nicht greifbar, VolkswirtInnen der neoklassischen Schule tendieren dazu das zu ignorieren.

Die methodologische Individualismus wird in Hayeks späteren Werken noch vertieft: Eigenschaft und Methodik der Sozialwissenschaften sind nicht ident mit jenen der Naturwissenschaften und die Mathematik tritt damit in der österreichischen Methodik etwas in den Hintergrund. Hayek folgt in seinen Überlegungen offenbar Menger. Soziale Gesellschaften und Institutionen werden dabei nicht zielgerichtet eingeführt, sondern sie sind spontanes Ergebnis von der Aggregation unterschiedlicher individueller Handlungen und werden damit als evolutionäre Prozesse betrachtet (vgl. Neck, 2008:15f.).

Subjektivismus

Der Subjektivismus ist für die Austrians mehr als ökonomische Methodik, sondern der Zugang zur Forschung in den Sozialwissenschaften insgesamt. In der Ökonomie führt dieser Zugang wie natürlich in den von den Austrians proklamierte Zustand der spontanen Ordnung. Die Sozialwissenschaft muss beim Versuch einer Erklärung mit der Erhebung der mentalen Verfassung der AkteurInnen beginnen – nur so könnten Handlungen erklärt werden. Die Austrians argumentieren, dass Erklärungen in der Ökonomie, ohne die Bedeutung von Handlungen zu verstehen, nur dürftig und unbefriedigend sind. Daher argumentiert Menger (Principles of Economics, 1991) auch, dass Werte immer völlig subjektiv bemessen werden müssten (Horwitz, 1994:17f.). Weiterer logischer Schritt im Paradigma des Subjektivismus ist das Wissen. Der Wille, einen bestimmten Preis zu zahlen, stammt aus individueller Erkenntnis. Wenn jemand ex post den wahren Wert eines Gutes erkennt, so ist das nicht relevant für die Erklärung des Preises. Alle Kosten sind bei den Austrians subjektive Opportunitätskosten – in der Neoklassik hingegen geht es um eine Objektivierung der entgangenen Einkünfte. Die Austrians meinen dazu, dass Entgangenes nichts konkret Erfahrenes ist und damit nicht objektiviert werden kann (Horwitz, 1994:18).

Markt

Die Effizienz der Austrians ergibt sich aus einem Freien Markt mit freiem Wettbewerb. Effizienz führt zu mehr Wohlstand der größt möglichen Zahl. Das sei keine ideologische Position, sondern das ergibt sich aus der Analyse der Funktion von Märkten. Märkte sind dabei abstrakte Gebilde, die sich aus einzelnen Handlungen ergeben – keiner kann Märkte erfinden oder sie designen und entwerfen, oder gar kontrollieren, da sie einer spontanen Ordnung unterworfen sind. Sie entstehen in einem evulutionärem Prozess, aus der Komposition einzelner Handlungen heraus. „Markets are selforganizing, adapting systems …“. Es sei ein falscher Glaube an unsere Möglichkeiten, wenn wir denken würden, den Markt beeinflussen zu können (vgl. Horowitz, 2013).

Staat

Die Austrians pflegen nicht nur einen weniger mathematisch-formellen Zugang zur Ökonomie als die Neoklassik, sie beschäftigen sich darüber hinaus auch mit philosophischen und sozial-politischen Fragen. (vgl. Neck, 2008:12).

Grundsätzlich spiegeln methodologischer Individualismus und Subjektivismus, die Unplanbarkeit des Gesamten, in der Ablehnung der Austrians gegenüber staatlicher Interventionen wieder. Sie unterstützen die Idee des Freien Marktes, der sich frei von Reglementierung und Staatsaktivitäten entwicklen kann.

Die Ablehnung Hayeks von extensiver sozialer Planung basiert auch auf der möglichen Missinterpretation aggregierter statistischer Daten mit folglich massiven Fehlallokationen. Er spricht sich gegen eine (absolute) Politisierung der Gesellschaft aus, weil er damit den Verlust der individuellen Freiheit fürchtet. Bedeutende Theorien müssen nach den Austrians prinzipiell empirisch testbar sein – aber empirische Tests sind in der Praxis kaum möglich, weil die soziale Realität zu komplex ist. Trotzdem haben die Austrians ein Bewusstsein für die Nützlichkeit statistischer Daten. Nach Hayek sind modellhafte Prognosen grundsätzlich möglich. Die qualitative Beurteilung basiert auf „wenn -> dann“ Aussagen, wenn eine Situation eintritt, dann ist es wahrscheinlich, dass die Prognose zutreffen wird. Das Gegenteil dazu sind quantitativ hergestellten Prognosen für spezifische Vorkommen (vgl. Christiansen, 1994:14).

Institutionen

Journale und wissenschaftliche Vereinigungen, die dieser Schule zugerechnet werden; eventuell Unis/Länder, in denen die genannte Denkschule eine besondere Tradition hat. Eventuell auch Internetressourcen (Blogs oder Dokumentarchive).

Mont Pelerin Society Mitbegründer: Hayek, 12 Jahre Leitung [1]

Kritik

Markt

Die Austrians sehen im Freien Markt die Lösung für ein effizientes Wirtschaftssystem. Individuelle Freiheit, als oberstes Ziel, könne nur über den Freien Markt erreicht werden. Der Glaube an die Mechanismen des Marktes scheint jedoch genau so blind zu sein, wie der Gleichgewichtsglaube der AnhängerInnen der Mainstreamökonomie. Die vehemente Kritik am weit verbreiteten neoklassischen Wirtschaftsbild, insbesondere an deren formellen Methoden, wird so durch die eigene Einseitigkeit abgeschwächt.

Der einzig wirksame Mechanismus sei der freie Markt, dazu wird vor allem individuelle Freiheit gefordert. Der Staat soll sich auf wenige Bereiche beschränken, etwa auf die Sicherung privaten Vermögens. Gesellschaftliche Probleme, wie etwa Arbeitslosigkeit, seien hausgemacht, da diese nur durch eine Regulation der Märkte hervorgebracht werden würden. Dieses Weltbild reduziert die Angriffsfläche der Austrians enorm, man immunisiert sich sozusagen gegenüber Kritik, da bei ungewollten Nebenerscheinungen immer die noch wirkenden Regulatoren zur Verantwortung gezogen werden. Man könnte den Austrians ein tautologisches Gedankengerüst vorwerfen, da sie den Freien Markt mit sich selbst erklären wollen. Der freie Markt als einzig richtiges Koordinationssystem einer Gesellschaft ignoriert jedoch andere Koordinationsmechanismen. Gerade weil die Austrians jedes einzelne Individuum als Marktteilnehmer erkennen wollen und sich aus den einzelnen Handlungen ein großes Ganzes ergibt, ist der Markt als einzig relevanter Faktor unlogisch.

Individuen

Wettbewerb ist Ungleichheit. Nur durch Ungleichheit ergibt sich ein Wettbewerb, wenn wir alle gleich wären, dann gäbe es keinen Wettbewerb. Die Frage ist nur, wie stark können die ungleichen Positionen voneinander abweichen? Wie frei bin ich in meinen Entscheidungen, wenn ich kein Vermögen besitze und mich mit Besitzenden in eine „Tauschbeziehung“ begebe? Sind Marktmechanismen nicht genauso direktiv, wie staatliche Regulierung? Was ist mit Krankheit? Im Sinn der marktradikalen Phrase „survival of the fittest“ werden in dieser Analyse des Marktes die Unsicherheiten des Lebens nicht verarbeitet. Was ist mit kranken, zu alten oder jungen Menschen?

Staat

Hayek (2005) fordert eine Freiheit, die sich nur auf die Interaktion von Personen bezieht. Den Zwang durch andere Faktoren, etwa über Institutionen, aber auch schlichtweg durch Hunger, klammert er aus. In seinem Streben nach Freiheit müssen sich die Individuen freiwillig dem Freien Markt unterwerfen – denn nur dieser könne die Wahl von Individuen sicherstellen und damit ein Leben ohne Zwang gewährleisten. Dieses freiwillige Unterwerfen, die freie Aufgabe von persönlicher Freiheit zugunsten des Freien Marktes, ergibt jedoch ein Paradoxon.

Der Freiheitsbegriff von Hayek zielt insgesamt auf freies Wirtschaftshandeln ab und überschneidet sich damit mit der ursprünglichen Definition von Freiheit als Abwesenheit von Zwang. Das erfolgt bewusst, denn die Ideologie von Hayek braucht einen Freiheitsbegriff wie diesen.

Der Freie Markt braucht den Staat um die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen – die benötigte Form der Freiheit stellt sich nicht von selbst ein, sondern muss durch eine Instanz geschaffen werden. Polanyi (1978) argumentiert in diesem Zusammenhang, dass je freier ein Markt sei, desto mehr Kontrolle, Regulierung und Intervention brauche er von Staatssteite, um ihn wieder einzudämmen und die MarktteilnehmerInnen zu schützen, ja gar den Markt vor sich selbst zu schützen. Paradoxerweise führt so der „Freie Markt“ zu immer mehr Zentralisierung, zu konzentrierter öknomischer und politischer Macht. Hodgson (1995:202) meint ebenso, dass jeder Schritt in Richtung zentralisierter Planung die Gefahr bringe, dass eine Konzentration wirtschaftlicher Macht auch zur Konzentration politischer Macht führen würde. Er kritisiert Hayek, dass dieser nicht zwischen den Variationen von Kapitalismus diskriminieren und utopisch argumentieren würde. Er vermisst er in Hayeks Theorien konkrete Policies, die umgesetzt werden könnten. In Hayeks einseitigen Fokus auf die „Spontane Ordnung“ würde nach Hodgson ignoriert, dass eine unkoordinierte Interaktion von Individuen auch zu Unordnung führen könne. Utopien würden alle Theorien Hayeks förmlich durchdringen und sein Output bestimmen. Auch Ötsch (2009:64) kritisiert das Utopische an Hayeks Theorien. Sein schillernder Begriff des Marktes, der fest mit der Evolution, der Zivilsation und dem Fortschritt verbunden sei und als Fundament das moralische Konzept der „Spontanen Ordnung“ erhalten habe, sei eine ultimative Wirtschaftsform, die nie zu realisieren sei. Der extreme Individualismus Hayeks bekommt zudem den Geschmack „totalitären Liberalismus“, so Hodgson (1995:204).

Austrian Business Cycle Theory

Historische Entwicklung

Ludwig Mises war einer der bedeutendsten Geld- und Konjunkturtheoretiker seiner Zeit. 1912 habilitierte er mit seiner Arbeit zur Geldtheorie (Theorie des Geldes und der Umlaufmittel). Mises war fest davon überzeugt, dass das Geld nicht bloß eine Erfindung der Machthaber war, er interpretierte es viel mehr als soziales Phänomen. Eng verbunden mit der Geldtheorie ist auch die Konjunkturzyklustheorie, die ebenfalls von Mises ausformuliert wurden. 1927 gründete er mit seinem Schüler Friedrich Hayek das österreichische Institut für Konjunkturforschung, aus dem das heutig österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) entstanden ist (vgl. Taghizadegan, 2017: 146). Friedrich Hayek entwickelte die Konjunkturzyklustheorie in den 1930er Jahren weiter. Mises und Hayeks Erläuterungen zum Wirtschaftszyklus basieren auf einer monetären Grundlage, die den Konjunkturzyklus als Folge von Schwankungen der Geldmenge erklärt. Sie lieferten ein frühes Modell, welches zeigt, wie monetäre Störungen zu Fehlallokationen und Koordinationsproblemen führen können. Das Geld erhielt eine ausgeprägte Schlüsselrolle im Preis- und Produktionsprozess (vgl. Snowden et al., 1994: 354).

Die österreichsiche Theorie des Konjunkturzyklus

Das zentrale Argument der österreichischen Theorie des Konjunkturzyklus sagt aus, dass die auftretenden Konjunkturzyklen der Wirtschaft durch eine Expansion und Kontraktion der Geldmenge hervorgerufen werden. Banken waren und sind immer noch Teilreservebanken, was bedeutet, dass sie nur einen Bruchteil ihrer Einlagen auf Reserve halten und den Rest verleihen. Banken können können die ungedeckte, nicht durch Ersparnisse gebildete Geldmenge, erhöhen. Bei einem Mindestreservesatz von 10 Prozent und einer Einlage von 100 Euro, müssen nur 10 Euro als Sicherheit zurückbehalten werden. Die restlichen 90 Euro können wieder als Kredit vergeben werden. Aus 100 Euro werden demnach 190. Joseph Schumpeter bezeichnetet das als Kreditgeldschöpfung ex nihilo – aus dem Nichts. Mises hielt fest, dass das ausgeben von ungedecktem, per Kredit geschaffenem Geld, zwangsläufig Wirtschaftsstörungen auslöst (vgl. Taghizadegan, 2017: 146).


Zur der Zeit, als Mises seine Arbeit schrieb, war das Geldsystem durch einen Goldstandard gedeckt. Die Regierungen hatten nur eine limitierte Kontrolle über die Menge des Geldes, welches im Umlauf war. Die amerikanische Regierung wechselte damals Geld für Gold bzw. Gold für Geld zu einem festgesetzten Preis (20,67 $ pro Unze Gold). Die monetären Institutionen veränderten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts erheblich, so dass sich im 21. Jahrhundert kein Land mehr auf einem Goldstandard befand und Staatsanleihen und sonstige finanzielle Vermögenswerte den Großteil der monetären Basis ausmachten. Der entscheidende Unterschied ist, dass Regierungen die direkte Kontrolle über die monetäre Basis haben, wenn sie in der Lage sind, Fiatgeld (Geld, das nicht in realen Vermögenswerten einlösbar ist) als das Medium des Austauschs einzusetzen. Im Gegensatz zu einem Goldstandard, in dem die monetäre Basis durch die Nachfrage der Menschen nach Gold in Relation zu Geld bestimmt ist (vgl. Holcombe, 2014: 71). Die Zentralbanken konnten ab diesem Zeitpunkt die Größe der Geldbasis kontrollieren. Selbst wenn die Banken den Anteil der Einlagen, den sie auf Reserve halten, nicht senken, kann eine Zentralbank die monetäre Basis erhöhen, was zu einer Ausweitung der Geldmenge führen wird, auch wenn die Banken ihr Verhältnis von Krediten zu Einlagen konstant halten. Da die Regierungen durch diese Entwicklung eine zunehmende Kontrolle über die monetäre Basis erlangt haben, haben sie auch die Fähigkeit gewonnen, die Konjunkturzyklen durch monetäre Schwankungen, die sich aus ihrer Manipulation der monetären Basis ergeben, zu beeinflussen (vgl. Holcombe, 2014: 73-74).


Ist die Wirtschaft stabil und sind die ökonomischen Aussichten positiv, erhöhen die Banken die Menge des Geldangebotes, da der Profit der Banken aus den Zinsen ihrer vergebenen Kredite kommt. Sie haben Grund zu glauben, dass sie die Anzahl an Krediten sicher erweitern können, weil eine hohe Wahrscheinlichkeit herrscht, dass diese zurückgezahlt werden. Die Zunahme des Angebots an Krediten wird die Zinsen senken, wodurch die Kreditaufnahme für Unternehmen noch attraktiver wird. Eine erhöhte Kreditaufnahme führt zu einer Ausweitung des Geschäfts und einer wirtschaftlichen Expansion. Unternehmen brauchen mehr Personal und stellen neue Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein, so dass sich die Beschäftigung erhöht. Dies ist die Boom Phase des Konjunkturzyklus (vgl. Holcombe, 2014: 71). Solange sich die Banken sicher fühlen die Kreditvergabe auszubauen, bleiben die Zinsen niedrig und die wirtschaftliche Expansion geht weiter. An einem gewissen Punkt werden die Banken jedoch glauben, dass es für sie nicht mehr sicher ist, ihre Reserven weiter zu senken, die monetäre Expansion wird aufhören. Die Banken reagieren auf die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen indem sie ihre Kredite reduzieren. Angesichts einer erhöhten Gefahr, dass Kredite nicht zurückgezahlt werden, müssen sie mehr Reserven zur Verfügung haben, um die Forderungen ihrer Einleger zu erfüllen. Die Verringerung der Kredite führt zu einer Verringerung der Geldmenge, was wiederum zu einem steigenden Zinssatz führt. Unternehmen finden kein Geld mehr, das zu solch attraktiven Zinsen, wie während der Boom Phase, zu haben ist. Projekte, die während des Booms profitabel erschienen, sind das plötzlich nicht mehr. Da weniger Investitionsprojekte umgesetzt werden, wird die Arbeitslosigkeit steigen. Die Boom Phase wird ein Ende nehmen und die Bust Phase oder Rezession des Konjunkturzyklus wird beginnen.


Unternehmerische Handlungen sind immer riskant und unter bestimmten Rahmenbedingungen werden sich einige von ihnen nie rentieren, aber die Veränderung der Wirtschaftsbedingungen durch das Ende der monetären Expansion bedeutet, dass eine größere Anzahl von Projekten scheitern wird. Wenn die Banken ihre Kreditportfolios soweit reduziert haben, dass sie das Gefühl haben, dass sie wieder über ausreichende Reserven verfügen, wird die monetäre Kontraktion enden. Unternehmen, die unrentabel investierten verschwinden oder liquidieren Projekte, die nicht mehr rentabel sind. Es findet ein Selbstreinigungsprozess statt. Die Unternehmen bauen wieder auf eine solide Grundlage auf. Die Wirtschaft erholt sich und Unternehmen werden wieder profitabler, sie sind wieder mehr darin interessiert zu investieren, die Banken sind eher geneigt wieder Geld zu leihen, die Kreditvergabe wird erweitert und der Kreislauf beginnt von Neuem (vgl. Holcombe, 2014, S: 72-73). Kurz gesagt zeigt die Konjunkturzyklustheorie der österreichischen Schule der Nationalökonomie, dass die Schaffung von Krediten in einem Teilreserve Bankensystem, die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Phase des Booms irreführt (vgl. Batemarco, 1994: 218). Der Konjunkturzyklus der österreichischen Schule kann auch anhand einer Person erklärt werden, die auf ein Trinkgelage geht und später an einem „Kater“ leidet. Während dem Gelage fühlt man sich großartig, das exzessive Trinken führt jedoch zwangsläufig zu einer Phase der Erholung. In der Boom Phase sehen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser aus, als sie tatsächlich sind. Fehlinvestitionen werden getätigt, und wie der Kater nach dem Trinken, ist die Bust Phase des Konjunkturzyklus die unvermeidliche Folge (vgl. Holcombe, 2014: 73).

Empirische Anwendung

Die Methode der Praxeologie findet keine empirischen Daten, die geeignet sind, die daraus abgeleiteten Theorien zu beweisen oder zu widerlegen. Da praxeologische Theorien nichts anderes sind, als die aus dem menschlichen Handlungsaxiom abgeleiteten logischen Konsequenzen, die die Axiome und institutionellen Daten unterstützen, kann der Beweis nur aus der Wahrheit (oder Unwahrheit) der Axiome und der Korrektheit (oder des Irrtums) gewonnen werden. Die ökonomische Theorie soll uns erlauben, die Tatsachen der Geschichte zu deuten. Untersuchungen des historischen Datensatzes können dazu verwendet werden, den Bereich der Anwendbarkeit praxeologischer Theorien zu bestimmen. Sogar eine flüchtige Lektüre dieser Geschichte zeigt die Anwendbarkeit dieser. Sie liefert eine begründete Erklärung für bestimmte Merkmale von Konjunkturzyklen, die regelmäßig beobachtet werden. Hayek war einer der wenigen Ökonomen zu seiner Zeit, der vor einer großen Wirtschaftskrise am Ende der 1920er Jahren warnte. Er zeigte, wie die Geldmengenexpansion durch die Kreditvergabe zu einer Fehlallokation von Ressourcen führen würde (vgl. Steele, 2007: 151). Besondere zyklische Episoden, die im Lichte dieser Theorie interpretiert wurden umfassen die USA in den 1850er Jahren (Batemarco), Deutschland in den 1920er Jahren (Bresciani-Turroni, Batemarco), die Große Depression (Rothbard, Robbins, Phillips, McManus, Nelson) und die USA in den 1960er und 1970er Jahren (Wainhouse, Batemarco).

Warum machen Kreditgeberinnen und Kreditnehmerinnen diese Fehler

Der österreichische Konjunkturzyklus basiert darauf, dass die Banken während des Boom Zeitraums übermäßig hoch investieren und dass Unternehmen in Projekte investieren, die sich später als unrentabel herausstellen. Wenn Ökonomen der Österreichischen Schule dies verstehen, warum verstehen das dann die Kreditnehmerinnen und Kreditgeberinnen nicht? Man würde denken, dass Unternehmerinnen Menschen sind, die einen großen Anreiz haben, solche Fehler zu vermeiden, weil sie diejenigen sind, die letztendlich die Kosten für ihre Fehlinvestitionen tragen. Wenn die Wirtschaft boomt, sind die Kreditnehmerinnen eher in der Lage, ihre Kredite zurückzuzahlen. Banken haben einen Anreiz Kredite länger, als der Boom andauert, zu vergeben, um ihre Rentabilität beizubehalten. Offensichtlich wollen sie keine Kredite geben, die letztendlich in Verzug geraten. Jedoch ist es für Banker schwierig, Investitionen zu erkennen, die mehr oder weniger Potenzial für Erfolg haben. Letztlich interessieren sich Banken mehr für eine Kreditnehmerin, die das Darlehen zurückzahlen kann, als ob die Investition erfolgreich sein wird. Darüber hinaus müssen die Kreditgeberinne mit den tatsächlichen Marktbedingungen arbeiten, nicht mit einem hypothetischen idealen Markt. Eine Bank kann nicht feststellen, dass die Wirtschaft in eine Boom Phase eines Konjunkturzyklus eintritt, wo Kredite riskanter sind. Wenn eine Bank ihre Darlehen einstellt, verliert sie ihre Gewinnquelle. Auch wenn ein Bank Management erkennt, dass der Boom nicht halten wird und dass in Zukunft mehr Kredite in Verzug geraten, könnte die Bank versuchen, vorsichtiger zu sein und immer noch Kredite zu geben, um im Geschäft zu bleiben. In der Tat, an der Spitze des Booms werden Banken vorsichtiger und sie hören auf die Kreditvergabe zu erweitern, das ist was den Boom zu einem Ende bringt.


Die Herausforderung für Unternehmer und für Kreditnehmerinnen und Kreditgeberinnen, ist immer zu versuchen, zu identifizieren, welche Investitionen rentabel sind. Dies ist die Rolle des unternehmerischen Urteils, aber die Unsicherheit der Zukunft bedeutet, dass die Urteile der Unternehmerinnen nicht immer korrekt sein werden. Die monetären Expansionen und Kontraktionen, die dem Konjunkturzyklus zugrunde liegen, stellen für Unternehmerinnen, Kreditnehmerinnen und Kreditgeberinnen ein Problem dar, weil sie die Preissignale verzerren, auf die sich die Marktteilnehmerinnen stützen, um Informationen über die Wirtschaftstätigkeit zu sammeln. Der Preis, der in dieser Hinsicht am bedeutendsten ist, ist der Zinssatz, aber die Preise für andere Güter können auch durch monetäre Schwankungen beeinflusst werden. Wenn eine Unternehmerin eine Investition während der Boom Phase in Erwägung zieht, wenn die Zinsen niedriger sind und die Wirtschaft wächst, sehen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen günstiger als sonst aus. Der Abschwung nach dem Boom generiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zeigen, welche Investitionen im Nachhinein auf zu optimistischen Erwartungen beruhten. Wie die vorherigen Kapitel betonten, ist jede unternehmerische Betätigung riskant und es gibt keine Möglichkeit, schon vorher sicher zu sein, ob eine Investition profitabel sein wird. Diese Unsicherheit charakterisiert immer Investitionen, weil der zukünftige Kurs der Wirtschaft nicht perfekt vorhergesagt werden kann. Aber die Preis- und Zinsschwankungen, die mit dem Konjunkturzyklus verbunden sind, machen es schwieriger, die potenzielle Rentabilität einer Investition zu beurteilen ist. Das Ergebnis ist, dass mehr Investitionen getätigt werden, die im Nachhinein unrentabel sind. In der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts, in der Zentralbanken die Geldbasis kontrollieren, kann die Geldmenge aufgrund politischer Entscheidungen der Zentralbanken ausgedehnt und zusammengezogen werden. Dies macht monetäre Schwankungen noch schwerer vorauszusagen als unter einem Goldstandard, wo die Goldmenge in der monetären Basis eine Grenze für die Höhe der monetären Expansion gesetzt hat. Dieser Umstand fügt den Unternehmern einen weiteren Grad von Ungewissheit hinzu, weil sie die Zukunft erahnen und die Handlungen der Zentralbank antizipieren müssen. Die zusätzliche Unsicherheit bietet eine weitere Möglichkeit, die zukünftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen falsch einzuschätzen (vgl. Holcombe, 2014: 73-74).

Kritik und Widersprüche

Die von den Mainstream-Ökonominnen am häufigsten genannten Einwende in Bezug auf die Konjunkturzyklustheorie sind Fragen des unternehmerischen Urteils, der Existenz, der Unausweichlichkeit, der Politik und der Universalität.


Unternehmerisches Urteil


Die Theorie musste sich der Kritik stellen, dass Unternehmerinnen in der Lage sein sollten, ökonomische Bedingungen zu verstehen, wie auch die Ökonominnen, die diese Theorie entwickelt haben. Wenn also die Theorie die ökonomische Realität beschreibt, sollten Unternehmer antizipieren, dass die Investitionen während des Booms sich als nicht gewinnbringend herausstellen werden, sobald der Boom endet. Die Antwort auf diese Kritik ähnelt der Reaktion der österreichischen Schule auf ihre Kritiker in der Debatte über die Wirtschaftsrechnung im Sozialismus. Die Wirtschaft ist komplexer als jedes Modell der Wirtschaft.


Existenz


Die Zyklen, aus denen die Theorie besteht, bestehen aus Booms und Busts, die durch einen einzigen Satz von Faktoren verursacht werden. Jüngste statistische Tests wurden dahingehend interpretiert, dass sie die Existenz von Zyklen dieser Art leugnen und stattdessen behaupten, dass Konjunkturschwankungen lediglich zufällig auftreten. Neue klassische Theorien des Zyklus (Gleichgewichtstheorie und reale Kunjunturzyklustheorie) führen eine Reihe von Zufallsschocks (monetäre fiskalische Schocks für die Gleichgewichtszyklustheorie) und Schocks für Präferenzen, Technologienchancen oder Ressourcen und Ausstattungen, als Grund für den Konjunkturzyklus an. Die „Österreicher“ lehnen den empirischen Einwand ab, weil sie die Art der eingesetzten Tests für unfähig halten, etwas über Kausalität zu sagen. Statistische Tests sind irrelevant, da nur die Theorie es ermöglicht, Zyklen zu erkennen. Auch die neuen klassische Theorien werden als irrelevant empfunden, weil diese Theorien nicht darauf abzielen, Implikationen bekannter Tatsachen abzuleiten, sondern vielmehr darum bemüht sind, eine vollständig künstliche Wirtschaft zu schaffen. Ihre Art der Theorie geht davon aus, dass Zyklen des österreichischen Typs nicht existieren.


Unausweichlichkeit


Es ist eine Gemeinsamkeit fast aller verschiedenen Ausprägungen der modernen Ökonomie, dass es geschickte Politikgestaltung einer Wirtschaft erlauben kann, einen inflationären Boom zu genießen und einer Rezession zu entkommen, was die „Österreicher“ für unvermeidlich halten. In der Tat, die Rezession kann für eine Weile durch eine Beschleunigung des Tempos der Kreditausweitung verschoben werden, jedoch kann sie nur nach Hinten verschoben werden. In der Nachkriegsdeutschen Hyperinflation etwa begann die Arbeitslosigkeit im Sommer 1923 zu wachsen, während sich die Geldmengenschöpfung im November desselben Jahres weiter beschleunigte.


Politik


Eine Implikation der Theorie ist, dass inflationäre Kreditausweitung durch einen Zyklus verursacht wird. Die „Österreicher“ weisen zwar nicht auf eine absichtliche Deflation hin, jedoch darauf, dass die Schaffung neuer Kredite eine neue Rezession stoppen müsse, was kontraproduktiv wäre. Die Theorie steht allein mit der Feststellung, dass die Rezession, wie schmerzhaft sie auch ist, eine Erholungsphase des Zyklus ist in dem unternehmerische Fehler korrigiert werden.


Universalität


Der Anspruch der Theorie, die einzige gültige Erklärung von Zyklen zu sein, wurde auch von Autoren kritisiert, die sie für eine gültige Erklärung für einige Zyklen halten. Der Anspruch basiert weitgehend auf einer engen Definition eines Zyklus. Durch die Definition von Einbrüchen, die nicht durch die gleichen Faktoren verursacht wurden, die die vorangegangenen Booms als Fluktuationen und nicht als Teil des Zyklus verursacht haben, können die Österreicher diesen Anspruch behaupten. Diese Behauptung könnte überzeugender sein, wenn ihre Befürworter auf historische Beispiele von Fluktuationen hingewiesen hätten, die keine Zyklen waren (vgl. Batemarco, 1994: 219-222).

Die Erklärung der Finanzkrise 2008 durch die österreichische Konjunturzyklus Theorie

Die österreichische Konjunkturtheorie hat einen legitimen Anspruch die jüngste globale Finanz- und Wirtschaftskrise, am besten zu erklären. Milton Friedman pflegte zu sagen, dass es nur gute und schlechte ökonomische Theorien gibt. Eine Theorie ist dann gut, wenn ihre empirische Genauigkeit der Vorhersage gut ist. Mit dem Vorteil, die Dinge im Nachhinein zu betrachten, folgt nun eine Darstellung, was in den letzten Jahren mit dem Finanzsystem und der Makroökonomie geschehen ist. 2002-2007 war die wirtschaftliche Expansion geprägt von einer Ausweitung der Geldmenge und einem Boom am Immobilienmarkt. Der Boom erwies sich als nicht nachhaltig und wurde von einer Bust Phase an den Finanzmärkten und der breiteren Wirtschaft gefolgt. Vorhersagen von österreichischen oder österreichisch inspirierten Ökonomen wie William R. White, Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich von Mai 1995 bis Juni 2008, waren in ihrer Genauigkeit unheimlich. Vor dem Beginn der Krise wies White darauf hin, dass anhaltend „einfache monetäre Bedingungen“ zu einem kumulativen Aufschwung führen können, der im Laufe der Zeit bedeutende Abweichungen von den historischen Normen in Bezug auf Schuldenstand, Sparquoten, Vermögenspreise oder andere Indikatoren für Ungleichgewichte, hervorbringen kann. Auch nicht-österreichische Ökonomien prognostizierten die Krise, jedoch konzentrierten sie sich mehr auf makroökonomische Ungleichgewichte wie Leistungsbilanzdefizite oder Staatsschulden. White und andere Ökonomen, die der österreichischen Schule nahestehen, waren dahingehend genauer, dass sie die Ursache der Krise aufgrund von Vermögensblasen, wie der Immobilienblase, erklärten. White erklärte unter anderem, wenn das schlimmste Szenario eintrete, müssten die Zentralbank die Leitzinsen möglicherweise auf Null senken und auf weniger konventionelle Maßnahmen zurückgreifen, deren Wirksamkeit weniger sicher sei. Genau wie Weiß prognostiziert, senkte die Federal Reserve im Dezember 2008 den Leitzins. Es gab wohl auch andere Faktoren, die zur Krise beigetragen haben - die allzu oft verwendete perfekte Sturm-Analogie scheint in diesem Fall anzuwenden. Dennoch ist das Zusammentreffen der niedrigen verzinsten Zentralbankgelder mit dem Ausbruch der Immobilienblase im Frühjahr 2003 bemerkenswert (vgl. Tempelman, 2010: 2-9).


Axel Leijonhufvud, ein Ökonom, der für seine Arbeit über die Literatur von John Maynard Keynes, international bekannt ist, behauptet ebenfalls, dass die Subprime-Krise von 2008 durch die österreichische Konjunkturtheorie von Ludwig von Mises und Friedrich Hayek genauer erklärt werden kann, als durch ein keynesianisches Konzept. Er argumentiert unter anderem damit, dass die Subprime-Krise kein Einzelfall ist. Es handelt sich vielmehr um eine Reihe von verwandten Ereignissen, deren Ursprung in der Geldpolitik der FED zu finden ist. Angenommen, die These, dass die Fed-Geldpolitik expansiv war, konzentrieren wir uns auf die österreichische Konjunkturtheorie Interpretation der daraus resultierenden Krise. Die Kreditausweitung von Greenspan und Bernanke (FED), erzeugte im Jahr 2001 vorübergehend optimistische Erwartungen. Eine einfache Geldpolitik führt zu einem anfänglichen Wirtschaftswachstum und hohen Unternehmensgewinnen. Wegen der künstlich niedrigen Zinsen konnten viele Firmen Investitionsprojekte durchführen, die sonst nicht realisierbar wären. Es kam zu Fehlinvestitionen, die wegen der begünstigten Gesetzgebung in den Wohnungssektor flossen (vgl. Ravier, Lewin, 2012: 46-49).

Verweise auf weitere Lektüre

Verwendete Literatur

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Autorinnen

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Bramberger, Dominik. 2017. (Austrian Business Cycle Theory)

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